Maischberger-Talk
Ist Osamas Tod ein Grund zum Feiern?

Mit der Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden haderten Moderatorin Sandra Maischberger und ihre Talkshow-Gäste. Zwischen Hitler-Vergleich und Miesmacher-Vorwurf fanden sich aber auch nachdenkliche Worte.
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BerlinAls US-Präsident kann man es wirklich nicht jedem recht machen. Zwar ist Barack Obama nun gelungen, was sein Vorgänger George W. Bush vergeblich versucht hat: Osama Bin Laden ist tot. Umgekommen im Kugelhagel amerikanischer Spezialkräfte mitten in Pakistan. Doch während die Leute auf den Straßen Amerikas noch singen und tanzen, fragt sich mancher Europäer, ob Jubel, Trubel, Heiterkeit wirklich eine angemessene Reaktion auf einen Todesfall sind.

Der Tod des meist gesuchten Mannes der Welt hat eine vielstimmige Kontroverse ausgelöst, bei der es um asymmetrische Kriegsführung, Tyrannenmord, Extremismus und die Kriege in Afghanistan und Irak geht. Und so lud Sandra Maischberger am Dienstagabend zur Leichenbeschau. Die bunt gemischte Zusammenstellung der Gäste ließ auf eine angeregte Debatte hoffen: Gekommen waren der Bestseller-Autor Jürgen Todenhöfer, die US-Fernsehmoderatorin Heather de Lisle, der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach, der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele, der Journalist und Terrorismusexperte Yassin Musharbash und die Krankenschwester Karla Schefter, die viele Jahre in Afghanistan gearbeitet hat.

Im besten Fall hätte die Sendung die Obduktion eines komplexen Themas sein können, bei der die Nervenbahnen des globalen Kampfes gegen den Terror mit messerscharfer Präzision freigelegt werden. Das war aber nicht der Fall. Stattdessen stocherten die Gäste über weite Strecken recht lustlos in ihrem Objekt herum. Und so war die Diskussion vor allem eines: sterbenslangweilig.

„Bin Laden tot – Terror besiegt?“, schon diese bemerkenswert einfältige Fragestellung verwies darauf, wie wenig die Redaktion von Sandra Maischberger mit dem Thema anfangen konnte. Zunächst stimmte Heather de Lisle, die als Stimme Amerikas eingeladen war, ein Lamento darüber an, dass die Deutschen den USA die gute Laune verderben wollen. Die Kritik, diagnostizierte sie, sei ein Symptom für die anti-amerikanische Haltung vieler Europäer. Klar. Wer mit Sprechchören und Jubel eine Erschießung begeht, ist schließlich über jeden zivilisatorischen Zweifel erhaben.

Wolfgang Bosbach allerdings trat den Beweis an, dass man sich auch als Europäer nicht automatisch auf geschmackliche Überlegenheit berufen kann. Der Politiker bemühte einen ziemlich schiefen Vergleich, der während der Sendung noch häufiger zitiert wurde: „Ich hätte mich auch gefreut, wenn das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 geglückt wäre“, sagte er, „und das darf man auch so zeigen". Da kann man wohl nur froh sein, dass er nicht zur Feier des Tages zur Polonese Blankenese durch den deutschen Bundestag aufgerufen hat.

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Kommentare zu " Maischberger-Talk: Ist Osamas Tod ein Grund zum Feiern?"

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  • Hoy ihr zwei Schreiberlinge Den Hinterhältigen in den Arsch getreten ist mit freude zu geniessen. die Kugel gehört einen aufrechten Gegner nicht diesen Scheisshaufen. Solange der Deutsche Zeitarbeit sich selbst verbiegt um zu gefallen solltet ihr wirklich den Ball flach halten. Tretet den da oben doch mal auf die Füsse, erlaubt euch doch auch einmal ein waffengesetz wo jeder eine Kaufen kann. Dann seit ihr angekommen im kreis der Erwachsenen

  • Mir sind rechtstaatliche Verhältnisse bei uns viel wichtiger, weil einem sonst auch der Staat egal ist.

    http://www.bps-niedenstein.de/

  • Das glabuen unsere Gutmenschen nur nicht. Sie machen der westlichen Welt ja laufend den Vorwurf der Ausplünderung.
    Die Saudis wären nichts, wenn wir nicht ihr Öl kaufen würden

    Es ist gut, dass Osama tot ist, aber der Terror wird weitergehen, denn inzwischen gibt es zig Splittergruppen die ja eigenständig agieren.
    Um den Terror in Deutschland und Europa einzudämmen, bräuchte es Mut und der kann nur heißen, nicht mehr jeden ins Land lassen.
    Aber wir hätscheln ja Terrotisten in unserem Land. Das haben die letzten drei Festgenommenen doch gezeigt. Leben hier von Hartz IV, reisen nach Afghanistan in Terrocamps und kriegen wieder freie Einreise.
    So lange wir das machen, so lange können wir bis zum jüngsten Tag gegen islamischen Terror kämpfen.
    Den Islam bei uns einzudämmen, anstatt ihn zu hätscheln mit noch mehr Moscheen, mit dümmlichen Islamkonferezen, das wäre oberste Pflicht unserer Politiker

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