MAN will die Arbeizeit auch verlängern
Bundeskanzler Schröder warnt vor Arbeitskampf um Arbeitszeit

Mit Blick auf die Auseinandersetzungen bei Daimler-Chrysler hat Bundeskanzler Gerhard Schröder vor einem Arbeitskampf um Arbeitszeiten gewarnt. Schröder rät dazu, "diese Dinge in den Betrieben zu regeln".

HB BERLIN. „Wer in dieser Frage ideologische Gräben aushebt, verunsichert die Menschen und schadet der Volkswirtschaft“, sagte Schröder der „Financial Times Deutschland“. „Ich rate dazu, diese Dinge in den Betrieben zu regeln und möglichst wenig darüber zu reden.“ Schröder widersprach damit führenden Gewerkschaftern, nach deren Ansicht der Ausgang des Streits über die Zukunft des Flächentarifs entscheiden wird. Unterdessen kündigte nach Daimler-Chrysler und Opel auch MAN Vorstöße für eine Erhöhung der Produktivität durch unentgeltliche Mehrarbeit an.

Schröder sprach sich erneut für mehr Flexibilität der Arbeitszeit in Unternehmen aus, damit diese auf Marktentwicklungen reagieren könnten. Er wandte sich gegen die Fixierung auf eine bestimmte Stundenzahl bei der Arbeitszeit. Es sei falsch, nur über 35 oder 40 Wochenstunden zu reden. „Das ist vielfach Ideologie.“ Schröder bekräftigte die Einschätzung der Bundesregierung, dass sich das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr eher am oberen Rand der Spanne von 1,5 bis 2,0 Prozent bewegen werde.

Der Streit um Arbeitszeiten in Deutschland hat sich verschärft, seit Daimler-Chrysler Kostensenkungen von 500 Millionen Euro pro Jahr fordert, die vor allem von den baden-württembergischen Standorten erbracht werden sollen. Das Unternehmen verlangt unter anderem die Streichung von Arbeitspausen. Wenn der Betriebsrat dies nicht ermöglicht, will das Unternehmen die Produktion der neuen Mercedes-C-Klasse von 2007 an von Sindelfingen nach Bremen und Südafrika verlagern.

Proteste bei Daimler gehen weiter

MAN-Chef Rudolf Rupprecht kündigte in der „Financial Times Deutschland“ an, auch in seinem Unternehmen solle die Arbeitszeit nach dem Vorbild von Siemens verlängert werden: „Wenn sich jetzt die 40-Stundenwoche langsam wieder durchsetzt, wollen wir vorne dabei sein.“ Siemens hatte mit der Drohung von Produktionsverlagerungen an zwei Standorten die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche durchgesetzt.

Der Vizechef des Europageschäfts der Opel-Konzernmutter General Motors Carl-Peter Forster hat bereits erklärt, die deutschen Werke seien in punkto Stückkosten nicht wettbewerbsfähig. Um dies zu ändern, sei zwar keine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden notwendig. „Es könnte aber hilfreich sein, dass in bestimmten Bereichen länger als 35 Stunden gearbeitet würde.“ Derzeit verhandelt Opel in seinem Werk in Bochum unter anderem über Arbeitszeitverlängerung.

Am Freitag setzte die IG Metall nach eigenen Angaben die Proteste gegen die Sparpläne von Daimler-Chrysler fort. Am Donnerstag hatten zehntausende Mitarbeiter des Autoherstellers DaimlerChrysler bundesweit die Arbeit niedergelegt, um gegen die Sparpläne des Konzerns zu protestieren.

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