Managergehälter
Böhmer attackiert Aufsichtsräte und Gewerkschaften

Im Streit um überhöhte Managerbezüge hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) die Aufsichtsräte und Gewerkschaften attackiert. „Wenn Leute mit besonderen Fähigkeiten besonders viel verdienen, etwa Künstler oder Sportler, kann man das noch in gewissem Maße tolerieren", sagte Böhmer dem Handelsblatt. Anders sehe es aber bei Firmenlenkern aus.

BERLIN. „Wenn die Aufsichtsräte aber ganz normale Geschäftsführertätigkeiten auf diese Weise hochjubeln und den Unternehmenserfolg nur noch an der Reduzierung von Arbeitsplätzen messen, dann wird das ein gesellschaftliches Problem", so Böhmer. Auch die Gewerkschaften müssten sich unangenehme Fragen stellen lassen: „Es ist hochinteressant zu sehen, wer für die Gewerkschaften in den Aufsichtsräten sitzt. Das sind oft Berufs-Arbeitnehmervertreter, die in mehreren Aufsichtsräten sitzen und sich schon dem dort üblichen Lebensstil angepasst haben." Mit diesem Problem „sollten sich die Gewerkschaften befassen", sagte Böhmer.

Die Debatte, ob Konzernvorstände unverhältnismäßig viel Geld verdienen, hatte Bundespräsident Horst Köhler angestoßen. Böhmer stärkte Köhler den Rücken: „Dass sich Leistung lohnen muss und höhere Verantwortung mit mehr Geld honoriert werden muss, bestreitet niemand. Aber dass jemand an einem Tag mehr verdient als andere in einem Jahr, ist einfach unverhältnismäßig." Das führe nicht nur zu Neid, sondern zu Unzufriedenheit mit dem System. „Daher gehört es zur gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmen, dafür zu sorgen, dass die Vorstandsbezüge nicht völlig aus dem Ruder laufen. Der Bundespräsident hat also völlig recht mit seiner Mahnung."

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