Managergehälter: CDU- und SPD-Politiker fordern Boni-Grenzen

Managergehälter
CDU- und SPD-Politiker fordern Boni-Grenzen

Wenn sei auch sonst im Wahlkampf viele gegensätzliche Positionen vertreten – beim Aufreger-Thema Managergehälter sind sich viele plötzlich parteiübergreifend einig: Da müsse was getan werden.
  • 13

Berlin/DüsseldorfPolitiker aus Regierung und Opposition fordern vor der Bundestagswahl eine Begrenzung der Gehälter von Top-Managern. „Es kann nicht sein, dass Gehälter und Boni einiger Spitzenverdiener in keinem Verhältnis mehr zum Rest der Belegschaft stehen“, sagte Unionsfraktionsvize Michael Fuchs (CDU) der Wirtschaftswoche. „Man muss gegebenenfalls eine gesetzliche Regelung finden, die die Boni-Zahlungen unterhalb der Dividendenausschüttung beschränkt.“

Die Opposition verlangt neue Maßnahmen. „Die Toleranz gegenüber astronomischen Managergehältern ist extrem gesunken“, sagte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß dem Magazin. „Wir brauchen eine gesetzliche Eindämmung für die gesamte Wirtschaft, nicht nur für die Finanzindustrie.“

Der Vorsitzende der Regierungskommission zur Unternehmensführung („Corporate Governance“), Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller, sieht in den derzeitigen Gehältern sogar Gefahren für die Unternehmen. „Wir müssen aufpassen, dass wir die Akzeptanz der Wirtschaft nicht weiter schwächen“, sagte Müller dem „Tagesspiegel“ (Samstag). Eine Deckelung sei geboten, gleichzeitig müsse es aber das Recht der Eigentümer eines Unternehmens und deren Vertreter bleiben, über die Vergütung des Vorstands zu bestimmen.

Der Vorstand von Volkswagen bekommt nach heftiger Kritik an der Höhe des Gehalts von Konzernchef Martin Winterkorn deutlich weniger Geld für das vergangene Jahr. Der VW-Aufsichtsrat beschloss am Freitag in Wolfsburg eine Neuregelung der umstrittenen Bonuszahlungen. Diese senkt auch die Vergütung Winterkorns. Er bekommt nach rund 17,5 Millionen Euro für das Jahr 2011 nun 14,5 Millionen Euro, wie der Autobauer nach einer Sitzung des Gremiums mitteilte. Die Aufseher passten dabei die Richtlinien für erfolgsabhängige Komponenten in den Vorstandsbezügen an.

Die Vorstände der rund 1400 größten deutschen Unternehmen konnten sich zuletzt laut einer Studie über einen Gehaltssprung von 6,8 Prozent freuen. Dieses Plus erzielten die Manager im Geschäftsjahr 2011, ergab eine Untersuchung von Kienbaum Management Consultants, die der Wirtschaftswoche vorliegt. Knapp zwei Drittel der Firmen zahlten demnach höhere Gehälter, 38 Prozent kürzten die Saläre ihrer Führungsriege.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Managergehälter: CDU- und SPD-Politiker fordern Boni-Grenzen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Politiker haben bei der Bestimmung von privaten Gehaeltern nichts mitzureden. Schluss aus. Demnaechst wollen diese drittklassigne Bildzeitungsleser uns noch vorschreiben an wen wir vererben duerfen ?!

  • @Henry

    Sie haben vollkommen recht! Es ist alles aus dem Ruder gelaufen und das System gehört relodead. Mit neuen Regeln für Politiker!! Wie Aufhebung der Imunität, Entzug der Pension bei Verstößen gegen geltendes Recht/Korruption, Anpassung der Bezüge/Diäten usw usw....Das gibt es jede Menge zu tun. Voralle gehört das Geldsystem reformiert!!! Und eine Demokratie eingeführt. Und zwar im Sinne einer Räterepublik!!! Alles andere ist wischwaschi und Unterdrückung!!!

  • Leistung sollte angemessen mit einem Gehalt bezahlt werden.
    Besonders gute, herausragende Leistungen auch mit einem Boni honoriert werden.Der Boni darf gerechterweise aber nur ein Bruchteil des Grundgehaltes sein. Alles andere ist unseriös.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%