Managergehälter-Kontrolle
Merkel findet EU-Vorstoß „sehr gut“

Nachdem sich eine Schweizer Volksinitiative gegen überzogene Managergehälter durchgesetzt hat, debattieren deutsche Politiker über die Regeln. Nun schaltet sich Kanzlerin Merkel ein – und warnt Manager vor Maßlosigkeit.
  • 14

Chemnitz/RegensburgBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in der Debatte um hohe Managergehälter eine „Maßlosigkeit“ kritisiert. Merkel sagte der „Freien Presse“ in Chemnitz: „Maßlosigkeit darf in einer freien und sozialen Gesellschaft nicht sein.“ Sie verstehe „sehr gut, wenn Menschen über manche Gehälter, die völlig aus dem Rahmen fallen, nur noch den Kopf schütteln können und wollen, dass das aufhört“.

Merkel sagte zudem, es habe sich „leider“ gezeigt, dass es nicht ausreiche, das Thema ausschließlich der Selbstregulierung der Wirtschaft zu überlassen. „Auch wenn wir hier in Deutschland wegen der Mitbestimmung der Arbeitnehmer eine etwas andere Situation haben als in anderen Ländern, bin ich dafür, dass wir dieses Thema auf europäischer Ebene anpacken.“

Sie finde es zudem „sehr gut“, dass die EU nun einen Vorschlag erarbeite, wie nicht mehr allein die Aufsichtsräte, sondern auch die Aktionärshauptversammlungen die Spitzengehälter festlegen können. Die Koalition will noch vor der Sommerpause eine Regelung zur Begrenzung der Gehälter von Spitzenmanagern beschließen. Angepeilt ist eine Änderung des Aktienrechts. Künftig soll die Hauptversammlung über die Vergütung entscheiden.

Der Vorsitzende des Bundestagswirtschaftsausschusses, Ernst Hinsken (CSU), plädiert unterdessen für eine gesetzliche Regelung von Managergehältern in Deutschland. Nicht nur er, sondern viele Kollegen strebten eine Änderung des Aktiengesetzes an, die von einer möglichst großen Mehrheit des Bundestages mitgetragen werden könne, sagte der CSU-Politiker der „Mittelbayerischen Zeitung“.

Nach einer erfolgreichen Volksinitiative in der Schweiz gegen überzogene Managergehälter hatten sich in Deutschland die Forderungen nach einer Begrenzung der Bezüge von Spitzenkräften gemehrt. SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte sich für eine gesetzliche Regelung ausgesprochen, sollte es keine freiwilligen Lösungen geben.

Auf europäischer Ebene will EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier bis Jahresende einen Vorschlag nach dem Schweizer Modell erarbeiten. Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet hatte, soll dieser Vorschlag neben den Gehältern auch die Abfindungen und neue Transparenzregeln beinhalten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Managergehälter-Kontrolle: Merkel findet EU-Vorstoß „sehr gut“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Eine lächerliche Feigenblatt-Diskussion der Vollstreckerin der Superreichen.

    Es sind nicht die Manager, die uns aussaugen. Es sind die Inhaber der Kapitalforderungen.

  • Solange Sportler Millionen "verdienen" dürfen ist so eine Diskussion überflüssig

  • ahhh. im September wird gewählt...Frau Merkel zeigt `ne klare Kante.
    Realsatire vom Feinsten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%