Managergehälter
Müntefering mahnt mehr Bescheidenheit an

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering hat manche Spitzengehälter von führenden Unternehmern als sittenwidrig bezeichnet. Zugleich bekräftigte er die Forderung der Sozialdemokraten nach Mindestlöhnen.

HB HAMBURG. „Mehr Bescheidenheit stünde manchem Topmanager gut zu Gesicht“, sagte der SPD-Politiker der „Bild am Sonntag“. Er könne akzeptieren, dass Spitzenleute das 10- oder 20-fache des einfachsten Arbeiters verdienten. „Aber manchmal ist es das Hundertfache und mehr. Da endet mein Verständnis“, sagte Müntefering. Auch zu hohe Löhne seien sittenwidrig, fügte der Vizekanzler hinzu. Dasselbe gelte für manche Niedriglöhne. Gerecht sei nur, wenn die Menschen von einem vollen Lohn menschenwürdig leben könnten. „Wo das nicht reicht, stockt der Bund auf“, fuhr Müntefering fort. Das tue er bereits bei 460 000 Vollzeitbeschäftigten, denen Löhne unter dem Existenzminimum gezahlt würden.

„Dagegen stellen wir die Idee des Mindestlohns. Es gibt in Deutschland teilweise sittenwidrige Löhne. Das kann und wird die Politik nicht weiter akzeptieren“, wird Müntefering weiter zitiert. Er kritisierte darüber hinaus bestimmte Auswüchse des Kapitalismus. „Es gibt eine Finanzindustrie weltweit, die mit Geld wie mit einer Ware hantiert. Da wird mit astronomischen Summen schnell viel zusätzliches Geld verdient ohne Rücksicht auf die Frage, was das für Arbeitsplätze und das Wohlergehen der Menschen bedeutet.“ Müntefering sprach vom „hässlichen Gesicht des modernen Kapitalismus“.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%