Managergehälter
Seehofer schwenkt auf SPD-Kurs ein

CSU-Chef Horst Seehofer hat überraschend hinter die Forderung der SPD gestellt, die steuerliche Absetzbarkeit von Managergehältern zu begrenzen. Unionsfraktionschef Volker Kauder reagierte verärgert. Und auch in der CSU-Landesgruppe zeigte man sich wenig erfreut.

HB BERLIN. „Warum kann der Staat nicht festlegen, dass Versager-Abfindungen nur bis zu einer bestimmten Höhe von der Steuer abgesetzt werden können? Das hat mir bis heute noch niemand plausibel erklären können“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Freitag in Berlin. Er sei schon seit langem für eine entsprechende Regelung.

Unionsfraktionschef Volker Kauder reagierte verärgert. Die Große Koalition sei gerade dabei, zielführende Konsequenzen aus der Finanzkrise zu ziehen und neue Regeln für die Managervergütung festzulegen. „Die Begrenzung des Steuerabzugs gehört aus Sicht der CDU/CSU-Bundestagsfraktion definitiv nicht dazu“, erklärte Kauder. „Das wird sowohl im CDU- als auch im CSU-Teil der Fraktion so gesehen.“ Der Staat sei kein Unternehmer und behandle deshalb steuerlich alle Gehaltszahlungen gleich. Außerdem würde die Begrenzung des Steuerabzugs gar nichts bringen.

Die SPD dringt darauf, dass Managervergütungen künftig nur noch bis zu einer Höhe von einer Million Euro von der Steuer abgesetzt werden können. Führende Unionspolitiker hatten dies bislang strikt abgelehnt. CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer bezeichnete eine solche Obergrenze noch am Donnerstag wegen der entstehenden Doppelbesteuerung als verfassungswidrig.

Seehofer räumte am Freitag ein, dass es in dieser Frage eine Dissens zwischen ihm und Ramsauer gebe. Aus seiner Sicht sei eine solche Begrenzung aber ein „klassisches steuerrechtliches Anliegen“. In der Wirtschaft seien die Managergehälter inzwischen ein „Instrument der Gewinnverteilung“ geworden. „Da können wir uns nicht zurücklehnen und warten, was die, die uns diese Krise beschert haben, als Antwort finden“, sagte der CSU-Vorsitzende. Auf eine Obergrenze für den Steuerabzug wollte er sich nicht festlegen. Er erklärte aber, die Vorstellungen der SPD seien durchaus „sinnvoll“.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%