Managergehälter: SPD und Union streiten über Manager

Managergehälter
SPD und Union streiten über Manager

Die Koalition steht bei der Regulierung von Managergehältern vor neuen Rückschlägen. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil warf dem Koalitionspartner vor, er widersetze sich einer Lösung. In der Union gebe es "wenig konkrete Bereitschaft".

BERLIN. Die Koalition steht bei der Regulierung von Managergehältern vor neuen Rückschlägen. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil warf dem Koalitionspartner vor, er widersetze sich einer Lösung. Die Sozialdemokraten hätten Vorschläge zur Transparenz und Angemessenheit der Vergütungen gemacht, sagte Heil. "Wir müssen aber zur Kenntnis nehmen, dass in der Union dort wenig konkrete Bereitschaft ist." In grundlegenden Fragen wie der steuerlichen Absetzbarkeit von Managervergütungen gebe es "Hartleibigkeit bei der Union".

Zuletzt hatten die Zeichen noch auf Annäherung gestanden. Eine Arbeitsgruppe der Fraktionsexperten von Union und SPD zur Regulierung von Managerbezügen hatte vorige Woche eine Einigung in zahlreichen Punkten bis zum Abschluss der Gespräche am kommenden Donnerstag in Aussicht gestellt. So sollen erfolgsabhängige Aktienoptionen künftig frühestens nach vier statt bislang nach zwei Jahren einlösbar sein. Die SPD hatte aber bereits moniert, dass die Union die steuerliche Abzugsfähigkeit der Vergütungen als Betriebsausgaben nicht einschränken wolle. Nach SPD-Vorstellungen soll ein Unternehmen die erste Million vom Managergehalt bei der Steuer geltend machen können - darüber hinausgehende Zahlungen aber nur noch zur Hälfte.

Heil sagte, das Thema solle wegen der ungeklärten Fragen auf die Tagesordnung des nächstens Treffens der Koalitionsspitzen am 4. März. Manager müssten sich am langfristigen unternehmerischen Erfolg und nicht "an überzogenen kurzfristigen Renditen" orientieren.

Auf Kritik seitens der Gewerkschaften stoßen Forderungen des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), darauf zu verzichten, den Vorstand auf das Allgemeinwohl zu verpflichten. DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel sagte dem Handelsblatt, der BDI greife damit den Kern der Reform an. "Eines der wichtigsten Ziele des Projektes ist es, das Unternehmensinteresse in den Vordergrund zu rücken. Es geht gerade darum, dass sich ein Vorstand gegen überzogene Erwartungen von Aktionären, Ratingagenturen und Analysten zur Wehr setzen kann. Jedem Vorstand wäre es eine große Hilfe, wenn die Verpflichtung auf das Gemeinwohl zentraler Bestandteil der Regelung wird", sagte Hexel. Denn auf dieser Basis könne er sich gegen kurzfristiges Renditestreben zur Wehr setzen. "Das ist im Interesse der Kunde und auch der Gesellschaft", sagte das DGB-Vorstandsmitglied. "Früher war die Orientierung am Gemeinwohl eine Selbstverständlichkeit. Leider hat sich das im Laufe der Jahre verschoben. Heute stehen einseitig die Aktionärsinteressen im Vordergrund. Das muss sich wieder ändern." Der DGB lege daher großen Wert darauf, dass die Verpflichtung des Managements auf das Gemeinwohl Bestandteil der Regelung werde, sagte Hexel.

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