Managergehälter - Stoiber gibt der Wirtschaft bis zum Herbst Zeit
Offenlegung erfolgt notfalls per Gesetz

Die Bundesregierung will eine Offenlegung der Managergehälter durch die Unternehmen gesetzlich erzwingen, falls die Firmen dies innerhalb der nächsten zwölf Monate nicht auf freiwilliger Basis sicherstellen. Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) gibt der Wirtschaft sogar nur bis zum Herbst dieses Jahres Zeit, sonst werde sein Land eine entsprechende Gesetzesinitiative ergreifen.

HB BERLIN. Ein Sprecher des Bundesjustizministeriums erinnerte am Montag daran, dass Ministerin Brigitte Zypries (SPD) eine Frist bis zum Sommer 2005 gesetzt habe, bis zu der die Wirtschaft auf Basis des freiwilligen „Corporate Governance Kodex“ ihre Zurückhaltung bei der Offenlegung der Vorstandsgehälter aufgeben sollte. Falls es bei der ablehnenden Haltung der Unternehmen bleibe, werde der Gesetzgeber handeln.

Der Vorsitzende der Corporate-Governance-Kommission, Theodor Baums, hatte der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zuvor gesagt, die meisten der deutschen Dax-Unternehmen hätten sich verständigt, Vergütungen ihrer einzelnen Vorstandsmitglieder nicht öffentlich zu nennen. Dies verstoße gegen den Kodex und sei eine Kartellabsprache.

Der „Deutsche Corporate Governance Kodex“ war vor zwei Jahren verabschiedet worden. Er sollte auf freiwilliger Basis mehr Transparenz in die Führung deutscher Unternehmen bringen und beinhaltet auch die Forderung nach einer Offenlegung der individuellen Vorstands- und Aufsichtsratsbezüge. Allerdings nannten bis zur Jahresmitte einem Zwischenbericht zufolge nur ein Drittel der Dax-Unternehmen individuelle Vorstandsgehälter, darunter die Deutsche Bank, die Telekom und Altana. Nach Angaben des Kommissionsvorsitzenden Baums haben die meisten Dax-Unternehmen vereinbart, sich dem auch weiterhin zu verschließen. „Das ist ein Missbrauch, der den gesamten Kodex in Frage stellt.“

Forderungen von DaimlerChrysler und Siemens nach Kostensenkungen durch längere Arbeitszeiten und niedrigere Einkommen hatten eine Debatte über die Gehälter von Vorstandsmitgliedern ausgelöst.

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