Mandats-Ausweitung
Deutsche Soldaten sollen Nord-Afghanistan kontrollieren

Die Bundeswehr soll das Kommando über den gesamten Norden Afghanistans erhalten. Zudem werde die Zahl der Soldaten laut Verteidigungsminsiter Peter Struck voraussichtlich auf 2500 erhöht. Der Minister räumte ein, die Lage in dem Land bleibe unsicher. Das größte Problem sind jedoch nicht die Terroristen.

HB KABUL. Deutschland sei bereit, mehr Verantwortung in Afghanistan zu übernehmen, sagte Struck nach einen Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai. Das Bundestags-Mandat für den Einsatz internationalen Friedenstruppe (ISAF) der Bundeswehr solle auf den gesamten Norden des Landes ausgeweitet werden. Zugleich plädierte der Minister dafür, das derzeit maximal 2250 Soldaten umfassende Bundeswehrkontingent auf 2500 Soldaten zu erhöhen, „um mehr Luft zu haben“.

Bei dem Treffen mit Karsai betonte Struck nach afghanischen Regierungsangaben zudem die deutsche Bereitschaft, im Rahmen ISAF zur Sicherung der für September geplanten Parlamentswahl beizutragen. Weitere Themen seien der alarmierende Drogenanbau in Afghanistan und der Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes gewesen.

Die Lage in Afghanistan nannte Struck vor seinem Besuch des Feldlagers Camp Warehouse in Kabul „ruhig, aber nicht sicher“. Mit Blick auf den Drogenanbau betonte der Minister: „Dass wir Ziel von Gegenmaßnahmen werden, können wir nicht ausschließen.“

Nach jahrelanger Zunahme hat der Schlafmohn-Anbau in Afghanistan nach Angaben von Karsai im Vergleich zum vergangenen Jahr um bis zu 40 Prozent abgenommen. Aus Schlafmohn wird Rohopium gewonnen, der Grundstoff für Heroin. Afghanistan ist seit dem Sturz der Taliban wieder der weltweit größte Rohopium-Produzent.

Derzeit sind in Nordafghanistan etwa 420 Bundeswehr-Soldaten in so genannten Wiederaufbauteams (PRT) in Kundus und Feisabad stationiert. Die überwiegende Zahl der knapp 2100 deutschen ISAF- Soldaten leistet ihren Dienst in Kabul.

Nach den Vorstellungen der afghanischen Regierung soll das Land nach den Parlamentswahlen in vier Sektoren unterteilt werden: Deutschland soll dann für den Norden, Italien und Spanien für den Westen, Großbritannien für den Süden und die USA für den Osten zuständig sein.

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