"Mangelnde Mobilität"
OECD kritisiert deutsche Arbeitslose

Die anhaltend großen regionalen Unterschiede bei der Arbeitslosigkeit in Deutschland liegen nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) auch an der geringen Mobilität der Arbeitnehmer.

HB BERLIN. Je nach Spezialisierung der Wirtschaft entstünden in einigen Regionen mehr Arbeitsplätze als in anderen, hieß es am Dienstag im neuen Beschäftigungsausblick der OECD. Die Wanderung der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter sei sehr gering und gleiche sich unter dem Strich zwischen den Regionen weitgehend aus. "Mit anderen Worten gibt es nur geringe Ansätze einer Umverteilung von Beschäftigten aus wirtschaftlich schwachen hin zu florierenden Regionen, so dass geographische Mobilität nur wenig zur Reduzierung regionaler Ungleichgewichte beiträgt."

Dem OECD-Bericht zufolge weist Deutschland nach Italien die höchsten regionalen Unterschiede bei der Arbeitslosigkeit unter den untersuchten Mitgliedsstaaten auf. "Möglicherweise spielt das zentralisierte deutsche Lohnverhandlungssystem, bei dem Löhne weitgehend von wirtschaftlichen Bedingungen in prosperierenden Branchen und Regionen beeinflusst werden, auch eine Rolle", folgerten die Experten.

Die OECD betonte in dem Bericht die Bedeutung des Prinzips "Fördern und Fordern", um Arbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen. Dazu gehörten eine intensive Beratung, Unterstützung bei der Arbeitssuche und die verpflichtende Teilnahme an Beschäftigungsprogrammen nach einer bestimmten Zeit der Arbeitslosigkeit. Länder wie Dänemark, die Niederlande und Großbritannien hätten damit Erfolg gehabt.

Die Organisation unterstützte nachdrücklich das so genannte Kombilohn-Modell, bei dem niedrig bezahlte Jobs finanziell gefördert werden. Eine solche "fortgesetzte finanzielle Unterstützung nach Arbeitsaufnahme" stelle eine wirksame Maßnahme dar, hieß es. In ihrer Prognose erwartet die OECD für das laufende Jahr in Deutschland einen leichten Anstieg der Beschäftigung um 0,6 Prozent in diesem und 0,8 Prozent im kommenden Jahr.

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