„Mangelndes Engagement“
Länder giften gegen Brüderles Opel-Kurs

Die Verhandlungen über die Zukunft von Opel gehen in die heiße Phase: FDP-Wirtschaftsminister Brüderle und der CDU-Wirtschaftsflügel lehnen staatliche Hilfe kategorisch ab. In den Bundesländern mit Opel-Standorten stößt das auf massive Kritik.
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BERLIN.Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hat Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) für seine Verhandlungsführung im Fall Opel scharf angegriffen. „In Deutschland geht es um Tausende Arbeitsplätze. Da wird es langsam Zeit, dass auch der Wirtschaftsminister sich in angemessener Weise seiner Rolle bewusst wird“, sagte Lieberknecht dem Handelsblatt. Das Problem liege weniger an der ordnungspolitischen Grundhaltung, sondern am mangelnden Engagement Brüderles, sagte Lieberknecht. „Wenn der deutsche Wirtschaftsminister nicht zum Opel-Gipfel nach Brüssel reist, während alle anderen betroffenen Minister anreisen, ist das kein gutes Signal“, so die Regierungschefin.

Ihre Äußerungen zeigen, dass die gemeinsame Verhandlungsfront von Bund und Ländern mit Opel-Standorten bröckelt – zu einem Zeitpunkt, an dem die Gespräche über mögliche Hilfen für den angeschlagenen Autobauer in die heiße Phase gehen. Wirtschaftsminister Brüderle befindet sich in der Causa in der Zwickmühle. Der Mittelstandspolitiker hält, wie die meisten seiner Parteifreunde, nichts von Staatshilfen für Opel. Andererseits weiß er, dass sich Bund und Länder einem Hilfeersuchen nicht völlig entziehen werden und im Kanzleramt die Bereitschaft da ist, Opel notfalls zu helfen.

GM wirbt für sein Sanierungskonzept

Für heute Nachmittag ist ein Treffen Brüderles mit den Wirtschaftsministern der Länder angesetzt. Bei der eigentlich als Kennenlern-Termin angekündigten Zusammenkunft dürfte es auch um Opel gehen. Der US-Mutterkonzern General Motors (GM) will die Regierungen der Länder mit Opel-Standorten und die Mitarbeiter in den nächsten Tagen von seinem Sanierungskonzept überzeugen, wie der kommissarisch eingesetzte GM-Europachef Nick Reilly in einem Internet-Blog betonte. Vertreter des Managements würden die europäischen Werke besuchen, um über Einzelheiten der Restrukturierung zu sprechen. Auch ein Treffen Reillys mit Politikern in Berlin wird nicht ausgeschlossen.

GM will zur Kostensenkung in Europa 9000 Stellen bei Opel streichen. Am schlimmsten soll es Deutschland treffen, wo bis zu 5400 Arbeitsplätze an den vier Standorten Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern wegfallen könnten. Mitte Dezember will der US-Konzern weitere Details präsentieren, unter anderem, wann Opel wieder Gewinn machen soll. Reilly versprach, dass GM seine Ziele nicht allein durch Kostensenkungen erreichen, sondern auch in Forschung und neue Modelle investieren wolle.

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  • Opel fährt mangels Qualität und innovation schon lange hinterher. Außer dem insignia und, mit Abstrichen, dem neuen Astra haben die Rüsselsheimer nichts konkurrenzfähiges zu bieten:Langweilige biederkutschen mit Rostproblemen und anfälliger Mechanik (legendär ist leider heute noch der Ölverbrauch dieser Fahrzeuge jenseits der 100.000 km-Marke)überdecken eine lange zurück liegende Vergangenheit, wo die Marke mal innovativ geglänzt hat.- Abgesehen davon wird der Markt so einiges regeln:Autos, die von bandarbeitern für 30.-Euro zusammengebaut werden, sollen Leute kaufen, die 7,50.-Euro die Stunde verdienen; so was kann bei einem Massenhersteller nicht funktionieren!
    Mfg

  • Debatten vergebens!

    Opel kann man nicht mehr helfen!

    Jetzt die Notbremse ziehen und Reagieren!

    Auch eine Aktiengesellschaft für Opel hat keine Wirkung!

    Auch Steinmeier nicht!

    Mfg


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