Mappus und Notheis
Die Geschichte einer Männerfreundschaft

Stefan Mappus und Dirk Notheis sind ein ungleiches Duo. Während Baden-Württembergs Regierungschef rauflustig ist, gilt der Deutschland-Chef der Investmentbank Morgan Stanley als smart. Doch Mappus und Notheis verbindet eine jahrelange Freundschaft. Wo beide bisher gemeinsam die Strippen gezogen haben.
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DÜSSELDORF/BERLIN. Mittwoch, 10. Februar 2010, Stuttgarter Landtag. Stefan Mappus steht sichtlich stolz vor den Abgeordneten des Stuttgarter Landtags. Dunkler Anzug, in verschiedenen Brauntönen gestreifte Krawatte. Kerzengerade hält sich der leicht untersetzte Mann. Er hebt die rechte Hand. Mappus ist auf dem Höhepunkt seiner politischen Karriere angekommen. Der Landtagspräsident nimmt dem neuen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg den Amtseid ab.

Auf der Tribüne des holzvertäfelten Parlaments erheben sich die Zuschauer und applaudieren. Unter ihnen ein kleiner, aber mächtiger Mann, der für Mappus' politische Karriere eine nicht unerhebliche Rolle spielte. Der Mann heißt Dirk Notheis und gehört als Deutschland-Chef der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley zur internationalen Hochfinanz.

Auch Notheis wirkt sichtlich zufrieden. Der Politiker und der Banker sind dicke Freunde - und Meister darin, sich gegenseitig die Bälle zuzuspielen.

Auf den ersten Blick haben die beiden zwar gar nichts gemeinsam. Hier der bullige Mappus, Jahrgang 1966, der gerne Skat spielt und Rockmusik der Rolling Stones hört. Dort der smarte Feingeist Notheis, Jahrgang 1968, Liebhaber von Bordeaux-Weinen und Freund der Oper.

Aber die beiden haben die gleichen politischen Wurzeln, schon in den 90er-Jahren legten sie den Grundstein für ihre Männerfreundschaft: im Vorstand der Jungen Union Baden-Württembergs, der Nachwuchsorganisation der Landes-CDU. Während Mappus dann Berufspolitiker wurde, heuerte Notheis 1999 bei Morgan Stanley an. Im Vorstand der baden-württembergischen Christdemokraten jedoch sitzt er noch heute, zuletzt wiedergewählt im November 2009.

Mappus startete 1998 seine raketenartige Karriere. Regierungschef Erwin Teufel beförderte ihn zum Staatssekretär im Umwelt- und Verkehrsministerium. Mit erst 32 Jahren war Mappus der jüngste Staatsekretär der Landesgeschichte. Insider rätseln noch heute, wem der "Pforzheimer Raufbold" den Aufstieg mehr zu verdanken hat. Teufel oder seinem Freund Dirk Notheis, damals Landeschef der Jungen Union.

2004 stieg Mappus zum Umwelt- und Verkehrsminister auf - just zu jener Zeit also, als Notheis sich anschickte, engster Berater von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn zu werden. Notheis redete ihm die Globalisierungsstrategie und die angebliche Notwendigkeit eines Börsengangs ein.

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Kommentare zu " Mappus und Notheis: Die Geschichte einer Männerfreundschaft"

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  • Ha no! Man wird doch noch Geschäftle machen dürfen. Oder net?

  • Wohin fliessen die Steuergelder?
    Währe es nicht ratsamer, die 40 Millionen, die an Gebühren für den Deal anfallen, würden in die Landeseigenen banken fliessen? Und somit zum Steuerzahler zurück? Oder ist das oberste Ziel von Herrn Mappus nicht der Steurzahler, sondern der Geldbeutel seines persönlichen Freundes?

  • Mehr als 50 Jahrzehnte schwarzer Filz haben das Land auf das Niveau eines bananenstaates gebracht. Herr Mappus ist nur seine Visitenkarte!

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