Marcel Fratzscher
DIW-Chef erwartet „goldene Lohnjahre“

Die jüngsten Tarifabschlüsse machen sich bereits in diesem Kalenderjahr bemerkbar. DIW-Chef Marcel Fratzscher sagt für Arbeitnehmer „goldene Lohnjahre“ voraus und freut sich über die Ergebnisse der Tarifverhandlungen.
  • 8

BerlinAngesichts der jüngsten Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst und in der Chemieindustrie rechnet der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, für 2015 und 2016 mit „goldenen Lohnjahren“. In diesen Jahren bleibe den Arbeitnehmern in Deutschland vom Gehaltsplus nach Abzug der Inflation „deutlich etwas übrig“, sagte Fratzscher der „Bild“-Zeitung vom Montag.

Seiner Einschätzung zufolge steigen die Reallöhne in diesem Jahr „um etwas über zwei Prozent“, im nächsten Jahr um „knapp zwei Prozent“.

Für die 800.000 Angestellten der Länder hatten die Tarifparteien am Wochenende eine Entgeltsteigerung von durchschnittlich 4,6 Prozent in den kommenden zwei Jahren vereinbart. Die Tariflöhne der 550.000 Beschäftigten der Chemieindustrie steigen in den nächsten Monaten um 2,8 Prozent.

„Langfristig gesehen sind die aktuellen Lohnabschlüsse außergewöhnlich hoch“, sagte Fratzscher der „Bild“ weiter. Dies sei „ein guter und sinnvoller Aufholprozess“. Er entschädige die Arbeitnehmer für 15 Jahre Lohnzurückhaltung.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Marcel Fratzscher: DIW-Chef erwartet „goldene Lohnjahre“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @ Macciavelli
    Sie können bereits am 31. März die Bestätigung für Ihre steile These bekommen, wenn die Arbeitsagentur den Monatsbericht vor legt.

  • Ist es nicht überfällig, dass auch Geringverdiener und Rentenbezieher mit "X Prozentpunkte" Einkommensverbesserungen aber "mindestens 'Y' EURO/Monat" erhalten?
    Dies durchaus mit der gleichen Begründung; den kleineren Einkünten überproportional mehr zukommen zu lassen, ebenso wie den "kleineren Einkünften" der öffentlichen Hand.

  • Goldene Lohnjahre - was für ein Zynismus

    Goldene Lohnjahre? Diese Äußerung ist nichts anderes als eine zynische Umkehrung der Realität.
    Millionen Menschen haben bereits trotz Arbeit oder mehreren Arbeitstellen dunkle Armutsjahre hinter sich unter deren Zahl wird immer mehr.
    Die Niedriglohnsektor, der Anteil der "working poor", die trotz Arbeit arm sind, ist auf dem höchsten Stand seit dem Beginn des Wirtschaftswunders. Vom viel beschworenen und medial Aufschwung haben nicht nur viele Deutsche überhaupt nicht profitiert, nein, vielen geht es so materiell schlecht wie noch nie.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%