Marketing
Tiefensee will deutsche Logistiker für die Zeit nach der Krise rüsten

Mit einer nationalen Werbeplattform will Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) die derzeit von der Wirtschaftskrise hart getroffene deutsche Logistikwirtschaft im internationalen Wettbewerb nach vorn bringen. Die Plattform soll besonders die schnell wachsenden Bric-Staaten ins Visier nehmen.

BERLIN. Mit einer nationalen Werbeplattform will Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) die derzeit von der Wirtschaftskrise hart getroffene deutsche Logistikwirtschaft im internationalen Wettbewerb nach vorn bringen. Erste Erfolge kann die im Oktober gegründete Initiative Logistic Council Germany bereits vorweisen. So wurde im Herbst ein Abkommen mit Brasilien für eine Kooperation der Seehäfen beider Länder und die Förderung des Handels über Deutschland abgeschlossen. Im Dezember war das LCG mit der CeMat India im südindischen Bangalore erstmals auf einer internationalen Messe vertreten. In diesem Jahr sollen weitere Messen folgen, von der Transrussia in Moskau im März über die Intermodal South America im April in Sao Paulo bis zu den großen asiatischen Logistik-Messen in Indien, Hongkong und Korea.

Mit einem Umsatz von 205 Mrd. Euro im vergangenen Jahr ist Deutschland der weltweit führende Logistikstandort. Doch wegen der Krise erwartet die Branche inzwischen Einbrüche von 20 bis 30 Prozent in diesem Jahr. Um so wichtiger sei es nun gegenzusteuern sagte LCG-Chef Dieter Schwer.

Neben Brasilien nimmt das Council auch die anderen so genannten Bric-Staaten Russland, Indien und China ins Visier. „Wir gehen davon aus, dass diese Länder die Krise am schnellsten überwinden werden“, begründet Schwer die Stoßrichtung. Hinzu komme, so Tiefensee, dass in den Bric-Ländern und ihren Nachbarn die Exporte nach Europa in Zukunft besonders stark wachsen würden. Es lohne sich also, bei den dort ansässigen Unternehmen darum zu werben, Deutschland als „Gateway to Europe“ zu nutzen.

Dabei geht es auch darum, die wachsende Konkurrenz aus Holland und Frankreich aus dem Feld zu schlagen. Denn während sich in Deutschland bislang 23 regionale Initiativen zum Teil in Konkurrenz zueinander um die internationale Vermarktung deutscher Logistikleistungen kümmern, haben die Niederlande bereits vor Jahren eine sehr erfolgreiche nationale Agentur gegründet. „Die Niederländer drohen uns den Rang abzulaufen“, warnt Schwer.

Zudem hätten sich die regionalen Initiativen bislang vor allem auf Europa konzentriert. „Wir wollen die dabei erzielten Erfolge nicht schmälern“, so Schwer. „Doch wir versprechen uns von einem nationalen Markenauftritt mehr Durchschlagskraft.“ Gleichwohl setze das Council auf enge Kooperation mit den regionalen Initiativen.

Dabei verfolgt die LCG die Philosophie, in den zehn Ländern mit dem größten Exportwachstum die zehn Unternehmen der zehn wichtigsten Branchen gezielt über Messen und Kongresse aber auch direkte Kontakte mit den Wirtschaftsabteilungen der Botschaften anzusprechen. Oben auf der Liste der relevanten Branchen stünden Automotive, Computer, erneuerbare Energien und Luft und Raumfahrt, sagte Tiefensee, dessen Ministerium im Jahr 600 000 Euro für die Marketingaktivitäten ausgibt.

Aber auch die Gesundheitswirtschaft und die Möbelindustrie stünden im Focus, sagte Schwer. Immerhin sei Deutschland in beiden Branchen einer der wichtigsten Importeure. So werde das LCG in diesem Frühjahr auch beim World-Health-Kongress in Brüssel und dem World-Furniture Kongress im November in Moskau vertreten sein.

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