Marktöffnung
Koalition will Fernbusse zulassen

Bund und Länder wollen den Fernverkehrsmarkt öffnen, achten aber darauf, den Monopolisten Deutsche Bahn nicht zu verprellen. Denn etliche Kunden würden auf den Fernbus umsteigen. Das würde aber die Rentabilität der Schienenwege sinken lassen und den teuren Neu- und Ausbau von Bahnstrecken in Frage stellen.
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BERLIN/DÜSSELDORF. Bund und Länder haben sich darauf verständigt, den bisher zugunsten der Schiene abgeschotteten deutschen Markt für Fernbuslinien zu liberalisieren. Das geht aus einem Arbeitspapier hervor, das dem Handelsblatt vorliegt. In den monatelangen Verhandlungen standen fünf Optionen zur Debatte: von einem gänzlich freigegebenen Busverkehr bis hin zur Variante, den Markt gar nicht zu öffnen. Nun sollen Unternehmen Fernbusstrecken anbieten können, sofern sie nicht den subventionierten Nahverkehr stören oder auf bereits genehmigten Routen Konkurrenz anbieten wollen.

Im Detail weiter unklar ist aber, wie weit der Markt geöffnet werden soll. Bislang gibt es den sogenannten "Schienenschutz", der schon in den 1930er-Jahren im Personenbeförderungsgesetz verankert wurde. Er sichert der Bahn im Fernverkehr überall dort ein Monopol, wo sie ausreichenden Schienenverkehr anbietet. Nennenswerte Fernbuslinien gibt es deshalb nur im grenzüberschreitenden Verkehr.

Dabei würden etliche Kunden von der Bahn auf den Fernbus umsteigen, wenn es ein entsprechendes Angebot gäbe, wie ein vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebenes Gutachten zeigt. Das würde aber die Rentabilität der Schienenwege sinken lassen und den teuren Neu- und Ausbau von Bahnstrecken in Frage stellen.

Private Busgesellschaften sehen das ganz anders. Publicexpress etwa bietet seit sechs Jahren eine Buslinie von Bremen über Oldenburg ins niederländische Groningen an. "Wir haben der Bahn keine Kunden weggenommen", sagt Geschäftsführer Christoph Marquardt. Junge Menschen und Studenten, die auf den Preis achten und nicht zu den Stoßzeiten fahren, gehörten zu den Hauptkunden.

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