Martin Schulz verlässt Brüssel Ein Europäer für Berlin

Martin Schulz ist Europäer durch und durch. Nun wechselt er von Brüssel nach Berlin. Das dürfte viele Sozialdemokraten freuen – die Entscheidung wirft aber auch eine Reihe von Fragen auf. Ein Kommentar.
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Martin Schulz verlässt Brüssel: Weg frei für SPD- Kanzlerkandidatur?

BerlinDass Martin Schulz ein leidenschaftlicher Europäer ist, wird niemand ernsthaft bezweifeln. Es dürfte ihm entsprechend schwer gefallen sein, seinen Verzicht auf das Amt des Präsidenten des Europaparlaments zu erklären. Der Verzicht kommt nicht aus freien Stücken: Er folgt vielmehr der Erkenntnis, dass die Fraktion der Europäischen Volkspartei im Europarlament nicht dazu bereit war, einer Verlängerung der Amtszeit des SPD-Mannes zuzustimmen.

Halb zog sie ihn, halb sank er hin – es dürfte Schulz gegangen sein wie dem Fischer aus Goethes Ballade. Einerseits ist Schulz Europäer durch und durch, andererseits sehen ihn viele Sozialdemokraten auch gerne in Berlin. Schulz genießt in der SPD großen Rückhalt, begeistert die Genossen auf Parteitagen weitaus mehr als SPD-Chef Sigmar Gabriel.

In der Außenwahrnehmung wird das allerdings völlig anders aussehen: Schulz hat in Brüssel keine Zukunft mehr, also sucht er einen Job in Berlin. Rettet sich da ein Politiker von einem Posten auf den nächsten? Die AfD hat die Entscheidung des noch bis Januar 2017 amtierenden Parlamentspräsidenten bereits so interpretiert. Schulz wird alle Hände voll zu tun haben, diesem Eindruck entgegen zu wirken.

Bei den Posten, für die Schulz nun in Betracht kommt, geht es allerdings keinesfalls um zweitklassige Versorgungsposten, sondern um die Kanzlerkandidatur oder den Chefsessel im Auswärtigen Amt.

Noch scheinen die Genossen entschlossen zu sein, bis zu ihrer Jahresauftaktklausur Ende Januar zu warten, ehe sie die personellen Weichen für die Bundestagswahl im September 2017 stellen. Sie machen sich damit selbst das Leben schwer.

In den kommenden Wochen dürfte intensiv über Personalfragen spekuliert werden, Sachfragen treten in den Hintergrund. Die Konkurrenz von der Union ist da schon weiter. Sie wird mit ihrer Spitzenkandidatin Angela Merkel auf Angriffsmodus umschalten.

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  • Ich bin der Baron und nicht der Hochstabler, wie nennt er sich doch...

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Wie Elite sieht der nun nicht gerade aus....

    Ich fand den Baron besser, den Guttenberger.

    Und wenn der verhindert ist: Wir schreiben die Stelle des Kanzlerkandidaten öffentlich aus, gerne auch Ausländer (natürlich nicht alle). Und wenn der gewählt wird, so ein Spanier oder ein Russe: Ich wette jeden Betrag, daß der bessere Leistung als Merkel und Co. liefert.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • warum geht dieser Mann eigentlich nicht in seinen angestammten Beruf zurück. Buchhändler in Würselen. Für mich der Beweis dass viele dieser "Auserwählten" dem schnöden Mammon frönen. Dementsprechend ist auch deren Politikverständnis.

  • @Herr Gerd Hohn

    Gleichfalls einverstanden. Es gibt keine politische "Elite", sondern nur Leute, die sich mit diesem Argument die Taschen vollfegen. Und damit die besser an den Trog herankommen, sind die meisten sich nicht zu schade, kriminell zu werden, in dem sie sich Doktoren- und sonstige Titel erschleichen.(Das würde bei Nicht - Abiturienten übrigens nicht gehen )
    Das einzige was sie dann von der gewöhnlichen Bevölkerung unterscheidet, ist, dass sie nicht vor Gericht landen und verurteilt werden.

  • ...welch ein Schmierentheater.Lange konnte er sich nicht entscheiden, obwohl seine Amtszeit Jan.'17 beendet ist.
    Offensichtlich hat die EVP, die den Anspruch hat den nächsten Präsidenten zu stellen, nun klar gemacht, dass sie den Anspruch nicht aufgibt.
    Auch wenn der Vergleich hinkt, der Fall 'Norbert Röttgen', letzte NRW Wahl lässt grüßen.

  • Als Europäer fehlt Herrn Schulz der afrikanisch, türkische und islamische Hintergrung. Er sollte einen Anderen den Vortritt lassen.

  • @Herr Gerd St24.11.2016, 14:34 Uhr

    Vollkommen einverstanden mit Ihnen, das Abitur ist nicht Maßstab aller Dinge.

    Jedoch ist es so, dass sich der Personenkreis, zu dem Schulz gehört, gerne zur politischen "Elite" zählt. Schulz durfte das Abi jedoch wegen schlechter schulischer Leistungen in der gymnasialen Oberstufe nicht machen. Da schadet es nicht, auf die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei diesen Figuren hinzuweisen.

    Wenn die Systempresse immer wieder über die politische "Elite" schreibt, dann sollten Sie bitte nicht aus dem Auge verlieren, welche Pfeifen sich dahinter verbergen. Mundus vult decipi, ergo decipiatur, Die Welt will betrogen sein, also soll sie betrogen werden.

    Es sind diese Art von großmäuligen Blendern wie Schulz, die ihr persönliches Heil in der Politik suchen und das System an die Wand gefahren haben. Die Quittung erhalten sie.

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