Maschinenbau wirbt für variable Einmalzahlung
Metall-Tarifrunde sucht den Durchbruch

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie richten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft darauf ein, bei den Donnerstagnachmittag beginnenden Verhandlungen in Baden-Württemberg die Weichen für eine Einigung zu stellen.

BERLIN. In der Sache war zwar bislang keine Annäherung erkennbar. Doch sind diesmal anders als in früheren Runden auch die Spitzenfunktionäre vor Ort. Auf Arbeitgeberseite reist der Gesamtmetall-Vorstand mit Präsident Martin Kannegiesser nach Sindelfingen, für die IG Metall sind die Vorsitzenden Jürgen Peters und Berthold Huber vor Ort.

Die Beteiligten stellen sich zudem auf eine lange Nachtsitzung ein. Dass nach dem Kalender für Freitag schon weitere Gespräche in Hannover angesetzt sind, müsse den Zeitrahmen für die Verhandlungen im Südwesten jedenfalls nicht einengen, gaben Vertreter beider Seiten zu erkennen. Begleitet wurden die Vorbereitungen von weiteren massiven Warnstreiks. Laut IG Metall legten am Mittwoch mehr als 100 000 Beschäftigte zeitweilig die Arbeit nieder.

Die IG Metall ist in diesem Jahr mit einer Lohnforderung von 6,5 Prozent angetreten. Die Arbeitgeber haben einen Vorschlag vorgelegt, nach dem die 3,4 Millionen Beschäftigten eine dauerhafte Lohnerhöhung von 2,5 Prozent sowie einen auf zwölf Monate befristeten „Konjunkturbonus“ von 0,5 Prozent erhalten sollten. Zudem wollten sie das Weihnachtsgeld von bisher 55 Prozent eines Monatslohns in einem Korridor von 40 bis 70 Prozent schwanken lassen.

Als einzige Bewegung in der Sache zeichnet sich bisher ab, dass beide Seiten ihre Überlegungen nun auf eine Vertragslaufzeit von mehr als zwölf Monaten konzentrieren. Der IG-Metall-Verhandlungsführer im Südwesten, Jörg Hofmann, hat 18 Monate ins Spiel gebracht. Damit, so das Kalkül, ließe sich die dauerhafte Erhöhung auf zwei Stufen verteilen – was zu zwei niedrigeren Prozentzahlen, statt einer hohen führen würde.

Die Arbeitgeber haben damit aber nicht immer gute Erfahrungen gemacht: Der Tarifabschluss 1995 lief über zwei Jahre mit Stufen von 3,4 und 3,6 Prozent. Diese lagen jedoch nur sechs Monate auseinander, faktisch wurden damals die Löhne binnen eines Kalenderjahres um mehr als sieben Prozent erhöht.

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