Maßnahmen gegen Jugendgewalt
Killerspiele und Flatrate-Partys vor dem Aus

Die Innenminister von Bund und Ländern wollen Killerspiele, Komatrinken und täuschend echt aussehende Plastikwaffen verbieten. Eine neue Verbotsliste soll helfen, der zunehmenden Jugendgewalt entgegen zu wirken. Dass Verbote alleine helfen, glauben die Minister allerdings nicht.

HP BERLIN. Nach der Frühjahrskonferenz der Innenminister von Bund und Ländern in Berlin sagte der gastgebende Innensenator Ehrhart Körting (SPD) am Freitag, die Runde sei sich einig, dass die auch bei Fußballspielen sich offenbarende steigende Gewaltbereitschaft mit Signalen der Ächtung entgegengetreten werden müsse.

Im Einzelnen soll es möglich sein, die Herstellung und Verbreitung von Killerspielen sowie von besonders grausamen und menschenverachtenden Computerspielen zu verbieten. Gleichzeitig soll laut Körting die Altersfreigabe von Unterhaltungssoftware auf den Prüfstand kommen. Die bisherige freiwillige Selbstkontrolle durch die Produzenten habe sich als sinnlos herausgestellt. Ein anderes Instrumentarium müsse entwickelt werden.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble bereitet unterdessen ein Verbotsgesetz für Softair- und so genannte Anscheinswaffen vor. Letzte sind Plastiknachbildungen echter Waffen. Deren Harmlosigkeit kann in der Hektik von Polizeieinsätzen oft nicht erkannt werden und sie hätten nach gemeinsamer Auffassung der Minister in Kinderhänden nichts zu suchen.

Dringend müsse auch etwas gegen den Alkoholmissbrauch durch Jungendliche unternommen werden. Erwogen würden deshalb Verbote von Flatrate-Angeboten in Gaststätten. Der hessische Innenminister Volker Bouffier (CDU) sprach von einer Besorgnis erregenden Fehlentwicklung. Es gebe eine immer stärkere Neigung zur Gewalt, wobei sich der Anteil von Straftaten, die unter Alkoholeinfluss begangen würden, „explosionsartig ausweitet“. Er fügte hinzu: „Wir wollen ein deutliches Signal setzen, dass wir diesem Treiben nicht weiter zusehen können und wollen.“

Einig war sich die Runde, dass mit Verboten alleine der zunehmenden Verrohung nicht Einhalt geboten werden könne. Sie seien aber ein notwendiger Baustein in einem ganzen Bündel von Maßnahmen.

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