25 Jahre Mauerfall
Die einen feiern, die anderen stellen Forderungen

In der Hauptstadt herrscht seit Tagen Ausnahmezustand, einmal mehr blickt die ganze Welt auf Berlin. Der Grund: Das Gedenken an 25 Jahre Mauerfall und den Niedergang einer Diktatur. Doch nicht alle wollen nur feiern.
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BerlinEin Fest fürs Auge - und fürs Herz: Die Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin werden von königlichem Wetter begleitet. Hunderttausende Einheimische und Touristen aus aller Welt sind in der einst geteilten Stadt unterwegs, um sich an die historischen Ereignisse vom 9. November 1989 zu erinnern. Hauptattraktion ist die Lichtinstallation, die seit Freitagabend den Verlauf der Mauer nachzeichnet. Die knapp 7000 Ballons sollen am Sonntagabend in den Himmel aufsteigen und so die symbolische Grenze wieder auflösen. Aktuell sind die Ballons nur mit Luft gefüllt. Doch das wird sich bald ändern: Am frühen Sonntagmorgen ab 05.00 Uhr werden sich mehr als 100 Helfer daran machen, die Ballons mit Helium zu füllen, damit diese am Abend ab 19.20 Uhr in den Himmel aufsteigen können. „Vier Tieflader mit Gasflaschen fahren die Installation ab. An jeder Seite haben sie zehn Düsen, mit denen die Ballons befüllt werden können“, erklärt Gabriele Miketta, Pressesprecherin der Kulturprojekte Berlin. „An manchen Stellen werden die Ballons allerdings nicht aufsteigen können, weil eine Brücke oder Bäume im Weg sind“, sagt Miketta. Dort werde nur das Licht gelöscht.

Die Lichtgrenze, die dem Verlauf der Mauer von der Bornholmer Brücke über das Brandenburger Tor bis zur Oberbaumbrücke folgt, lockte schon zum Auftakt zahllose Besucher an. In der Nacht zum Samstag flanierten Einheimische und Touristen in Scharen an leuchtenden Ballons vorbei, am Morgen setzte sich der Zug der Schaulustigen fort. Die Stimmung in der Stadt wurde allgemein als heiter und sehr entspannt beschrieben.

Allerdings gingen bis Samstagmorgen zwischen 50 und 100 der Ballons kaputt. Nach Angaben der Kulturprojekte Berlin platzten die Leuchtkugeln oder wurden aus Versehen beschädigt. Einige Ständer seien aber auch absichtlich umgeknickt worden, hieß es. Ein Team war am Samstagmorgen dabei, sie zu reparieren.

Jugendliche beschmierten in der Nacht zum Samstag die zentrale Mauer-Gedenkstätte in der Bernauer Straße, wo Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Sonntag die neue Dauerausstellung eröffnen will. Auf Informationskästen, dem Gehweg und einem Wartehaus der Berliner Verkehrsbetriebe hinterließen die Täter linksextremistische Parolen, wie die Polizei mitteilte. Wenig später wurden sechs Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren gestellt. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

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