DDR im Internet
„Im Westen fehlt das Interesse an der DDR“

Mauerfall, Stasi, Überwachungsstaat: Die Historikerin Irmgard Zündorf erklärt im Interview, welches Bild von der DDR im Internet konstruiert wird und warum der Alltag im Osten vor 1989 einfach zu langweilig ist.
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DüsseldorfZum 25-jährigen Jubiläum beschäftigt der Mauerfall im November 1989 die Menschen in Deutschland. Aber wirklich alle? Historikerin Irmgard Zündorf vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam hat in einer Studie untersucht, wie junge Studierende auf die Präsentation der DDR im Internet reagieren.

Denken Sie, dass den jungen Leuten in Deutschland das Interesse für die DDR fehlt?
Zündorf: In West-Deutschland ja. Dort fehlt einfach das Interesse, sich damit auseinanderzusetzen, weil es meist keinen persönlichen Bezug gibt. Das ist anders als beim Nationalsozialismus. Bei dem Thema hat fast jeder eine Person in der Familie, der davon betroffen war/ ist.

Im Ruhrgebiet hat man also eine andere Verbindung zur DDR als in Berlin?
Natürlich. Das sieht man alleine daran, dass es in ganz Westdeutschland ein einziges Museum zur DDR-Geschichte gibt. In Berlin und im gesamten Osten gibt es hingegen jede Menge. Das ist schade.

Warum ist das schade, wenn die Menschen nun mal keinen Bezug dazu haben?
Selbst für den tiefsten Westen hatte die DDR wirtschaftliche, politische und auch kulturelle Auswirkungen und auch dort hat sich einiges geändert, nachdem die Mauer fiel. Das ist den meisten jungen Leuten nur einfach nicht bewusst.

Dieses Thema haben Sie in einer sechsmonatigen Studie untersucht. Was wollten Sie damit erreichen?
Wir haben untersucht, wie die DDR im Internet präsentiert wird; zunächst formal. Sind die Webseiten gut gemacht? Sprechen die Seiten junge Menschen an? Dafür waren Ästhetik, Textwüsten und Multimedialität Stichpunkte, an denen wir uns orientiert haben.

Und was ist Ihnen aufgefallen?
Gut gemacht sind auf jeden Fall die öffentlich-geförderten Internetseiten. Dort findet man wenig Ostalgie, mehr eine sachliche Herangehensweise an den Konflikt der DDR. Weniger gut ist die Gestaltung der Themen-Foren. Dort findet sich dann auch ein klares Schwarz-Weiß-Bild von der DDR.

Wieso sind diese Seiten so auffällig?
Die Foren, wie beispielsweise, nva-forum.de oder mfs-insider.de sind meistens Textwüsten, in denen sich Leute austauschen, wie großartig Stasi und Co. waren. Andererseits gibt es Webseiten, auf denen die DDR nur negativ dargestellt wurde.

Da haben sich meine Studierenden gefragt, wie das sein kann. Die Menschen in der DDR waren schließlich nicht jeden Tag der 40 Jahre unglücklich.

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„DDR-Alltag für die breite Masse zu langweilig“

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  • Wer sollte sich im Westen auch für Menschen interessieren,
    die einer Partei zweistellige Wahlergebnisse beschert,
    die wiederum Probleme damit hat,
    als Unrecht zu erkennen,
    wenn sie erst an der Regierung wäre,
    ihre Wähler wie die Hasen abzuknallen,
    wenn die ihren Machtbereich verlassen wollten?

  • Reden ist Silber,
    Schweigen ist Gold, alles klar?

  • Und wieder eine Westdeutsche die genau weis wie es in der DDR war. Ich fass es nicht, hört diese Siegermentalität der Besatzungsmacht denn nie auf. Kann eventuell mal jemand ein völlig von Ideologien freies Bild der tatsächlichen Lebensumstände zeichnen.
    Man könnte natürlich auch mal darüber philosophieren, in welcher Form und in welchen Positionen nach dem zweiten Weltkrieg nachweisliche Nazis im neuen politischen und wirtschaftlichen System der Bundesrepublik mitgewirkt haben. Aufklärung hierüber ist natürlich von Seiten der sogenannten Sieger nicht erwünscht. Des Weiteren könnte man auch mal in ganzer Breite darüber sich austauschen wer die Nazis bei deren Kriegsvorbereitungen und selbst noch im Krieg finanziert hat. Alles nicht erwünscht, da dies ein schlechtes Bild auf die sogenannten Demokraten werfen könnte.

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