Mauerschützen erhielten fast alle Bewährungsstrafen
Letztes Urteil um Tote an der innerdeutschen Grenze

Genau 15 Jahre nach der Maueröffnung soll am Dienstag vor dem Berliner Landgericht das letzte Urteil um die Toten an der innerdeutschen Grenze verkündet werden.

HB BERLIN.Frühere Stabsoffiziere des DDR-Grenzkommandos Nord müssen sich für den Tod von vier jungen Männern durch Minen verantworten. Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft sollen die vormals hochrangigen Militärs wegen Beihilfe zum Mord verurteilt, jedoch nicht bestraft werden. Die Angeklagten seien keine eiskalten Betonköpfe, sondern hätten ehrliches Bedauern gezeigt, hob Ankläger Bernhard Jahntz hervor. Insgesamt seien 33 Flüchtlinge durch die „menschenverachtenden Todesfallen“ ums Leben gekommen. 150 Opfer hätten Minenexplosionen zum Teil bis ans Lebensende entstellt überlebt.

Seit Beginn der Prozesse 1991 hatte das Berliner Landgericht die Schicksale von 270 an Mauer und Stacheldraht getöten Menschen verhandelt. Die höchste Strafe erhielt der einstige DDR-Verteidigungsminister Heinz Keßler mit siebeneinhalb Jahren Haft, der letzte DDR-Staats- und Parteichef Egon Krenz erhielt ein Jahr weniger. Die Mauerschützen, die Grenzsoldaten am Todesstreifen, kamen fast alle mit Bewährungsstrafen davon.

>>> Fotostrecke: Die Berliner Mauer

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