Maulwurf beim Geheimdienst: Wie der Islamist erwischt wurde

Maulwurf beim Geheimdienst
Wie der Islamist zum Verfassungsschutz kam

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Wie der Islamist erwischt wurde


Was soll der 51-Jährige konkret gemacht haben?

Ihm wird vorgehalten, sich beim Verfassungsschutz eingeschlichen zu haben, um gleichgesinnte Islamisten vor Polizeiaktionen zu warnen und ihnen einen Anschlag auf das BfV zu ermöglichen. Der Mann hat sich nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Internet mit islamistischen Äußerungen hervorgetan. Dort soll er sich einem Chatpartner als BfV-Mitarbeiter zu erkennen gegeben und dabei „inhaltlich zutreffend Einsatzanlässe und -orte offenbart“ haben.

Wie sind die Ermittler dem Mann auf die Schliche gekommen?

Der Verfassungsschutz überwacht Chats und Facebook-Einträge von gewaltbereiten und besonders radikalen Islamisten und Salafisten. Im konkreten Fall ist der mutmaßliche islamistische Maulwurf im Verfassungsschutz an einen „echten“ Verfassungsschützer geraten, der sich dort als Islamist ausgegeben hat. Der 51-Jährige soll seinem vermeintlich islamistischen Chatpartner erklärt haben, ein Anschlag auf das BfV sei „sicher im Sinne Allahs“. Er sei zu allem bereit, „um den Brüdern zu helfen“.

Hatte der Islamist im Verfassungsschutz Kontakt zu „echten“ Glaubensbrüdern?

Das ist nicht ganz klar. Die Ermittler glauben aber: Nein. Es gebe keine belastbare Anhaltspunkte dafür, dass der Verdächtige vor seinem Kontakt zu dem undercover arbeitenden BfV-Mann sicherheitsrelevante Kenntnisse an Mitglieder der gewaltbereiten salafistischen Szene weiter gegeben habe, sagt die Staatsanwaltschaft.

Was ist noch über den Verdächtigen bekannt?

Laut Staatsanwaltschaft bezeichnete er sich selbst als Konvertit. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ und der Recherchegemeinschaft von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR soll der Mann vor zwei Jahren zum Islam übergetreten sein. Der „Spiegel“ schreibt, der Mann habe seinen Treueeid 2014 dem salafistischen Prediger und Anwerber Mohamed Mahmoud telefonisch geleistet, der mittlerweile für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ in Syrien kämpft. In Ermittlerkreisen wurde dies der dpa zunächst nicht bestätigt. Es sei lediglich der geläufige Vorname Mohamed gefallen.

Was sagt die Opposition zu dem Fall?

Die Grünen warnen nach der Enttarnung vor einer zunehmenden Gefahr durch sogenannte Innentäter auch in anderen Bereichen. „Es muss schnellstens genau in Erfahrung gebracht werden, welche Informationen gegebenenfalls abgeflossen sind“, sagte der Fraktionsvize Konstantin von Notz dem Handelsblatt mit Blick auf den aktuellen Fall. „Mich beunruhigt, dass man auf den Verdächtigen offenbar nur durch Zufall aufmerksam geworden ist.“

Von Notz sieht nun auch aus einem anderen Grund Handlungsbedarf. „Nach den 20 bekanntgeworden Islamisten bei der Bundeswehr und den Reichsbürgern bei der bayrischen Polizei müssen wir ein stärkeres Augenmerk auf die Gefahr der Innentäter aus dem Rechtsextremen und islamistischen Bereich richten“, sagte der Grünen-Politiker.

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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Dietmar Neuerer
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Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Maulwurf beim Geheimdienst: Wie der Islamist zum Verfassungsschutz kam"

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  • Ein weiterer islamistischer Unmensch überführt Deutschland als eigentliches Bananistan: Der Verfassungsschutz ist unfähig, seine Mitarbeiter adäquat auszuwählen und beschäftigt einen Islamisten und frühereren Schwulenpornodarsteller (Recherche der BILD-Zeitung!!!) zum Kampf gegen Salafisten. In Wirklichkeit wollte der jedoch den Verfassungsschutz selbst in die Luft sprengen und flog nur per Zufall auf, weil er einen Chatpartner mit einem Dritten verwechselte. Dennoch behauptet die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ohne rot zu werden, dass es keinerlei Hinweise für einen Anschlag gab.
    Wie lange müssen wir uns so etwas von unseren Staatsdienern noch gefallen lassen und wann beginnen alle Medien inkl. HBO endlich damit, uns vermeintlich verblödeten Volk mal reinen Wein darüber einzuschenken, was der wahre Zustand in unserer Republik ist. Denn wir haben doch bereits kapituliert!!!

  • Und wenn "der Islam zu Deutschland gehört", dann gehört er also auch zum Verfassungsschutz.
    Hier hat Herr Hohn vollumfänglich Recht.
    Auch die unzähligen Beiräte gehören auch zu D.

  • Ok... und was machen jetzt die Grünen gegen Innentäter bei sich?

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