Maut gestartet: Lkw-Maut nahezu ohne Lkw-Verkehr problemlos gestartet

Maut gestartet
Lkw-Maut nahezu ohne Lkw-Verkehr problemlos gestartet

Am Sonntagabend geht es richtig los. In der verkehrsarmen Neujahrsnacht ist das Lkw-Mautsystem mit technisch bedingter Verspätung zunächst pannenfrei in Betrieb genommen worden. Mautpreller sollen nach Aussage von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe unnachgiebig verfolgt werden.

HB Berlin. Seit Mitternacht wird auf deutschen Autobahnen eine Maut für schwere Lkw erhoben. Die Gebühr für in- und ausländische Lkw mit einem Gewicht ab 12 Tonnen ist von Achszahl und Schadstoffausstoß abhängig. Sie beträgt im Schnitt 12,4 Cent je Kilometer. Mit den Neujahrsraketen zündete die erste Stufe des satellitengestützten Systems um Mitternacht Uhr mit 16-monatiger Verspätung. «Es sieht alles danach aus, als hätten wir es in diesem Jahr geschafft», sagte Tall Collect Sprecher Harald Lindlar, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.

Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) erwartet nun Mauteinnahmen von drei Milliarden Euro in diesem Jahr. Vorausgegangen war eine Serie von Pannen, denen in den letzten Monaten erfolgreiche Tests und eine Generalprobe folgten. Die zweite Stufe soll Anfang 2006 mit einem ausgereifteren System folgen, das es dann auch möglich macht, neue Autobahnabschnitte automatisch einzubuchen und damit mautpflichtig zu machen. Das Verkehrsministerium sprach in der Neujahrsnacht von einer Stärkung des Standorts Deutschland durch technologische Innovation.

Der von Böllern begleitete Beginn verlief auf den Autobahnen selbst jedoch mangels Schwerlastern nahezu unbemerkt. Erste qualitativ verwertbare Ergebnisse gäbe es erst im Laufe des Neujahrstages, teilte Tall Collect mit. An den beiden ersten Tagen bis zum Neujahrsabend um 22.00 Uhr wird wegen des üblichen Sonntagsfahrverbots kaum mit Lkw-Verkehr gerechnet. Am Sonntag werden vereinzelt Fahrzeuge mit verderblichen Lebensmitteln erwartet, was eine Sondergenehmigung erfordert.

Ab Sonntagabend jedoch erwarten die Behörden einen Massenstart. Mit dem Ende des Fahrverbots setzen sich viele ausländische Brummis an den deutschen West- und Ostgrenzen in Bewegung. Verkehrsstaus und Engpässe gelten dann besonders an einigen Grenzen wie von Frankreich, Polen oder Österreich aus als wahrscheinlich.

Polizei und Bundesgrenzschutz haben Sondereinsätze angekündigt, um ein Chaos zu verhindern. Rückstaus an Autobahn-Parkplätzen bis auf die Autobahnen will die Polizei durch ein Umlenken des Verkehrs zu anderen Terminal-Plätzen verhindern. Dort können sich die Trucker Tickets ziehen, sofern sie nicht über das Abbuchungssystem in ihren Lkw verfügen, das ihnen die automatische Zahlung ermöglicht.

Mautpreller sollen nach Aussage von Stolpe unnachgiebig verfolgt werden. Die Kontrolleure des Bundesamtes für Güterschutz (BAG) wollen aber in minderschweren Fällen nur ein Verwarngeld von 25 Euro erheben. Bei Vorsatz und Fahrlässigkeit sieht der Bußgeldkatalog eine Strafe von 75 Euro für die Fahrer und 150 Euro für die Fahrzeughalter vor.

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