Maybrit Illner in der TV-Kritik
Die Lage ist „durchaus sehr schlimm“

Eine bunte Runde diskutierte bei Maybrit Illner aufschlussreich über Islamismus als „Männerproblem“ und als Folge von „Herzenskrankheiten“, über Koran-Auslegungen und „Vollverschleierung“.
  • 4

Es wäre eine Herausforderung für ambitionierte Talkshow-Gastgeber gewesen, den gewaltigen Diskussionsbedarf zur Entscheidung der Europäischen Zentralbank vom selben Abend aufzufangen. Maybrit Illlners ZDF-Redaktion diskutierte am Donnerstag aber unter dem Titel „Mord im Namen Allahs - woher kommen Hass und Terror?“ über islamistische Morde. In der enormen Schnelllebigkeit dieser Tage schien das Thema fast ein wenig aus der Echtzeit gefallen, zumal die Sendung langsam anlief. Es hat sich am Ende aber gelohnt.

Optisch am auffälligsten mit Bart und Sarik-Kopfbedeckung saß neben Illner der Imam Husamuddin Meyer, der, ohne Migrationshintergrund, vor über 25 Jahren zum Islam konvertiert ist und in einem Wiesbadener Gefängnis mit hohem Anteil an Muslimen als Seelsorger tätig ist. Für viele islamistische Attentate der jüngsten Zeit seien ehemalige Gefängnisinsassen „benutzt“ worden, doch seien nur Menschen, die unter „Herzenskrankheiten wie Wut, Hass, Neid, Gier“ leiden würden, anfällig für Straftaten. Er helfe seine Schützlingen, in sich zu ruhen, sagte Meyer. Der Imam zumindest ruhte in sich.

Neben ihm saß, selbstverständlich ohne Kopfbedeckung, Seyran Ates. Die Anwältin türkisch-kurdischer Herkunft ist bekannt als Kopftuch-Kritikerin und Mitglied der Islamkonferenz, bis sie dort von den Verbänden „rausgekickt“ wurde, wie sie sagte. Sie kritisierte nun, dass zurzeit von Verbänden und Islamgelehrten oft geäußerte Argument, islamistische Gewalttaten hätten nichts mit dem Islam zu tun. Sie haben es durchaus, meinte Ates, weil die Täter davon überzeugt sind. Schon deshalb müssten die deutschen Muslime darüber diskutieren.

Um zunächst bei Äußerlichkeiten zu bleiben: Den beiden gegenüber saßen, zwei blonde Politiker ganz ohne islamischen Hintergrund - die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner und der Grüne Jürgen Trittin. Die Rheinland-Pfälzerin Klöckner ist überregional am bekanntesten für ihre Forderung eines Burka-Verbots (mit der sie in ihrer eigenen Partei bisher nicht durchdrang) und stellte konsequent Fragen danach, wie Religion sich in einer säkularen Welt verhält.

Trittin bezeichnete auf die erwartungsgemäß gestellte Frage, ob denn nun der Islam zu Deutschland gehört, sich selber als Atheisten und fand die Formel, der Islam gehöre mittlerweile zu Deutschland, „so wie Gott sei Dank wieder das Judentum und wie schon lange das Christentum“.

Fünfter Gast war mit Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik ein ungewohnt sachlich-informativer Terrorismusexperte. Ab 2006 sei in Deutschland eine einheimische islamistische Terrorszene erkennbar, sagte der Islamwissenschaftler. Das Problem sei aber „bei weitem nicht so groß“ wie in Frankreich und auch England. Doch, die Lage sei „durchaus sehr schlimm“, entgegnete Ates.

Seite 1:

Die Lage ist „durchaus sehr schlimm“

Seite 2:

„Das sind Testosteronbomben“

Seite 3:

Das sagen Twitter-Nutzer

Kommentare zu " Maybrit Illner in der TV-Kritik: Die Lage ist „durchaus sehr schlimm“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Sendung war eigentlich -wenn man es mal genau nimmt- ziemlich flach.
    Das einz8ige war rüberkam, war, wir müssen mehr Prävention machen, also mal wieder mehr Geld in die Hand nehmen.
    Wie lange soll das gehen, dass wir für diese "Zuwanderer" aständig für alles un jedes zahlen sollen?

  • Sie haben meine vollste Zustimmung!
    Die Medien regieren mit der anhaltend, zumindest manipulierenden, Berichterstattung dieses Amerika-hörige Staatsgebilde!!

  • Niemand in der Illner Talkshow brachte etwas zum Vorschein, was
    weiter geholfen hätte. Es gibt 3 Deutsche Frauen zum Islam konvertiert und 2 Frauen ..Mulimas die hier geboren sind, die in allen Talkshows natürlich sprachgewandt den Deutschen zeigen ,wir Frauen sind so Glücklich unter Kopftuch und Burka.

    Gestern wurden diese Frauen von Trittin vertreten , der auf Kirche und Bevölkerung zeigte, die an der Islamisierung Schuld haben. Was sonst sollte von einem Hobbybotaniker kommen.

    Ein Deutscher Meier seines Zeichen IMAN der im Knast Muslime bekehrt nicht
    radikal zu werden, ist zwar lobenswert aber im Knast gibt es Strukturen die er nicht durchbrechen wird. Es geht um Macht,Drogen,Geld,Islamisierung.

    Alles daher sinnlose Gerede!

    Die Strasse wird den zukünftigen Weg Deutschlands aufzeigen.

    Trittin und seine Grünen sind doch die Geburtshelfer des radikalen Islamismus bei uns. Angefangen im Kosovo und dann in Afghanistan weiter ausgebaut. Im Irakkrieg haben Teile der Friedensbewegung Geld für Amerikas Gegner gesammt um Waffen zu kaufen und um dann Amerikaner zu töten.

    Mit den Twintowern hatten GRÜNE UND SPD schon vorher Hamburg zu einem Wallfahrtsort für Terroristen gemacht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%