McAllister im Interview „Wir müssen unbedingt handeln“

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„Notfalls den Staat beteiligen“

Ein strittiges Thema der Energiepolitik ist der Ausbau der Stromnetze. Der Netzbetreiber Tennet hat zu wenig Geld. Droht die Energiewende zu scheitern?

Nun mal langsam. Die Energiewende ist - in einem parteiübergreifenden Konsens - vor erst zehn Monaten beschlossen worden. Seitdem hat die deutsche Politik eine Menge auf den Weg gebracht. Doch die Herausforderungen sind sehr groß. Eine aktuelle Frage ist, die Windparks auf dem Meer ans Netz anzuschließen. Das zurückliegende Gespräch der norddeutschen Ministerpräsidenten mit Tennet hierzu war ernüchternd.

Welche Schlüsse ziehen Sie daraus?

Es sollte beispielsweise geprüft werden, ob eine einheitliche Netzgesellschaft mit staatlicher Beteiligung sinnvoll sein könnte oder ob dieses mit Privatkapitalgebern erreicht werden kann. Wichtig ist, dass der Netzausbau vorangeht - und zwar so schnell wie möglich.

Müsste nicht die niederländische Regierung als Eigentümer der Tennet in die Pflicht genommen werden?

Ist das realistisch? Wegen der anstehenden Neuwahlen ist die niederländische Politik nur bedingt handlungsfähig. Außerdem hat Tennet bereits erklärt, dass die niederländische Regierung nicht bereit ist, den deutschen Netzausbau zu finanzieren. Wir müssen in dieser Angelegenheit unbedingt handeln, wenn die Energiewende gelingen soll. Auch unkonventionelle Lösungen sind mir recht.

Wen meinen Sie mit "wir"?

Die norddeutschen Ministerpräsidenten möchten dieses Thema beim Energiegipfel mit der Kanzlerin am 23. Mai vortragen. Bund und Länder sind gemeinsam gefordert.

Beim Gipfel mit der Kanzlerin geht es auch um eine bessere? Koordinierung zwischen Bund und Ländern. Was erwarten Sie da?

Die Länder haben ihre energiepolitischen Hausaufgaben bislang sehr unterschiedlich gemacht.

McAllister auf Plattform des Offshore-Windparks "Bard Offshore 1" in der Nordsee. Quelle: dpa

McAllister auf Plattform des Offshore-Windparks "Bard Offshore 1" in der Nordsee.

(Foto: dpa)

Offenbar setzen die Südländer lieber auf eigenen Windstrom als ihn sich aus dem Norden liefern zu lassen.

Die Umstellung auf eine nachhaltige Energieerzeugung auf der Grundlage erneuerbarer Energien wird nur mit dem konsequenten Ausbau der Windenergie gelingen. Der Wind weht im Norden.

Also keine Windräder in den? Tälern des Schwarzwaldes?

Die Windenergie an Land muss weiter ausgebaut werden. Es geht um die Erneuerung bestehender Anlagen, also das Repowering, und um die Planung neuer Standorte. Darüber hinaus ist die Offshore-Windenergie eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende. Es macht nun einmal mehr Sinn, Windräder dort aufzustellen, wo der Wind kräftig weht. Deshalb sind die Küstenlagen und das offene Meer besser geeignet als Tallagen in Süddeutschland. Das sieht die Natur nun mal so vor.

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5 Kommentare zu "McAllister im Interview: „Wir müssen unbedingt handeln“"

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  • Bezahlbare Energiewende -- auf die Sonnenenrgie als Stromquelle sollte Niedersachsen verzichten, die Kosten- / Nutzenrelation ist zu ungünstig!
    Umschwenken auf Solarwärme (Thermie) machen uns alle Mittelmeeranwohner seit langem vor, Photovoltaikzellen sind dort trotz größerer Sonnenscheindauer nicht zu finden.
    Die Wärmestrahlen durchdringen jedoch auch Wolken.


  • Ihr müsst euren "Arsch" bewegen !! Yes Sir, bewegt euch ohne nach Vorteilen zu äugen.... Für dieses Land, welch hehre Aufgabe. Ihr müsst ja nicht gleich verzagend nach der Kugel fragen. Machen wir ja auch nicht, das alles sitzen wir sauber aus...Oder?
    Welch Schwachmatensprüch.

  • Wie werden durch ein Energieministerium die offenkundigen technischen Probleme der Energiewende gelöst ? Werden da neue Energiespeicher erfunden, neue Hochspannungsleitungen projektiert und realisiert, die Herstellung der Windkrafträder und Solarzellen so optimiert, das sie letztendlich bezahlbaren Strom liefern können ?
    Die gesamte Energiewende basiert auf Wunschdenken, das kritiklos in Tagespolitik umgemünzt wurde, um daraus politisch Kapital zu schlagen. Die Energiewende haben alle Parteien im Bundestag zu verantworten. Jetzt, wo sie scheitert, wird mit viel Bürokratie versucht das zu verdecken. Schließlich wird der Bürger die Rechnung zahlen müssen. Und die fällt um mindestens eine Größenordnung höher aus als beim E10- Debakel.
    In die öffentlichen Diskussionen sollte dringend wieder Sachverstand und Ernsthaftigkeit Einzug halten. Auch sollten die Mehrheit erkennen, das man Themen wie Energiewende nicht einfach den Parteien überlassen darf. Die Folgen solcher Fehlentscheidungen sind schließlich so gravierend, dass sie jeden Bürger des Landes treffen...

  • Es wird Zeit, dass die Politiker endlich handeln. Die Pronleme sind allein von den Politikern verursacht. Sie haben wissentlich, vorsätzlich die Kosten in die Höhe getrieben. Der Strom ist für den Bürger so horrend teuer, weil die Industrie nichts zahlen darf. Ebenso Treibstoffe. Nur durch die steuern ( ca. 80% ) sind die Preise so hoch. Würde man die Kosten für die Politiker um 85% senken und zum Ersatz ihrer Fehler verpflichten, würde der deutsche Bürger min. 50 Jahre keine Steuern mehr zahlen müssen.

  • "Wir machen als Volkspartei CDU Politik für die Mitte der Gesellschaft auf der Basis unserer fachlichen Überzeugungen."

    Hat Hr. McAllister in den lezten Monaten auf einem anderen Planeten gelebt? aber das Schreckliche ist wohl, das er diesen CDU-Selbstbetrug auch noch glaubt.

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