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McKinsey-Studie: Gesundheitsfonds geht die Puste aus

Das Milliardenpolster des Gesundheitsfonds soll bereits im nächsten Jahr um die Hälfte geschrumpft sein. Bald darauf sollen die Krankenkassen zu Zusatzbeiträgen gezwungen sein. Das zeigt eine Prognose von McKinsey.

Für 2014 erwarten Experten hohe Zusatzbeiträge der Krankenkassen. Quelle: dpa
Für 2014 erwarten Experten hohe Zusatzbeiträge der Krankenkassen. Quelle: dpa

BerlinNoch schwimmen Gesundheitsfonds und Krankenkassen im Geld. Doch nach einer aktuellen Studie von McKinsey, die dem Handelsblatt vorliegt, wird sich das schon im nächsten Jahr ändern. Bereits 2013 würden die Reserven des Fonds von derzeit über acht Milliarden Euro auf die Hälfte und damit auf die gesetzlich vorgeschriebene Mindestreserve zusammenschrumpfen. 2014 droht der Geldsammelstelle der Kassen bereits ein Defizit, das die Krankenkassen reihenweise dazu zwingen wird, Zusatzbeiträge zu erheben. Im Durchschnitt werde dann bereits ein Zusatzbeitrag von 15,50 Euro erforderlich werden. "Und das bei konservativen Annahmen", so Jürgen Wettke, Direktor im Düsseldorfer McKinsey-Büro.

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"Die nüchternen Hinweise von McKinsey sind eine kalte Dusche für alle, die davon träumen, sich an den Reserven gütlich zu tun", sagte der Vorstandschef des AOK-Bundesverbands Jürgen Graalmann dem Handelsblatt. "Ich halte es für undenkbar, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble angesichts dieser Fakten die Reserven der gesetzlichen Krankenversicherung kürzt." Das würde nicht zu seiner bisherigen soliden und auf Nachhaltigkeit bedachten Finanzpolitik passen, meinte Graalmann. Gleichwohl deuten bislang alle Signale aus dem Ministerium darauf hin, dass Schäuble dem Fonds zumindest die zwei Milliarden Euro streichen will, die er 2011 zur Finanzierung des Sozialausgleichs für Zusatzbeiträge überwiesen hat, da dieser 2013 noch nicht gebraucht wird.

Gesundheits- und Pflegepolitik

McKinsey hat seinen Berechnungen die Daten des Schätzerkreises beim Bundesversicherungsamt zugrunde gelegt. Danach steigen die Ausgaben der Kassen jährlich um 3,9 Prozent, die beitragspflichtigen Einkommen aber nur um 1,4 Prozent. Neue Defizite sind die zwangsläufige Folge. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt Eckart Fiedler, Professor am Institut für Gesundheitsökonomie Köln. Er erwartet für 2014 sogar einen durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 20 Euro.

In den Berechnungen sind die Risiken noch nicht enthalten, die auf die Kassen zulaufen, wenn Ende 2013 die Effekte der Spargesetze auslaufen. Allein die für 2014 geplante Senkung des Zwangsrabatts für patentgeschützte Medikamente belastet die Kassen mit zwei Milliarden Euro. Bei den Kliniken erwarten sie wegen neuer Vergütungsregeln sogar Mehrausgaben von 2,7 bis 3,9 Milliarden Euro pro Jahr nach 2013.

  • 23.02.2012, 13:54 UhrAnonymer Benutzer: Profit

    Nach den ganzen Negativ-Berichten und Negativ-Kommentare hier im HB und den Einlassungen des Professor Lauterbachs dachte ich, die GKV wäre im Vergleich zur PKV ein Krankenversicherungsparadies. McKinsey ist aber auch ein wirklicher Spielverderber!

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