Mecklenburg-Vorpommern

SPD siegt klar, FDP scheitert

Die SPD hat die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern gewonnen. Weniger gut lief es für die FDP, die klar an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte. Die NPD muss noch zittern. Freuen können sich auch die Grünen.
Update: 04.09.2011 - 18:41 Uhr 11 Kommentare
Klarer Sieger der Wahl: Der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern und SPD-Spitzenkandidat, Erwin Sellering, gestikuliert auf der Wahlparty der SPD. Quelle: dapd

Klarer Sieger der Wahl: Der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern und SPD-Spitzenkandidat, Erwin Sellering, gestikuliert auf der Wahlparty der SPD.

(Foto: dapd)

SchwerinSPD und Grüne sind die klaren Gewinner der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Die deutlich erstarkten Sozialdemokraten von Ministerpräsident Erwin Sellering können die CDU, die so schwach wie nie im Land abschneidet, als Partner behalten oder mit der drittplatzierten Linken koalieren. Für die Grünen ist es nach den Prognosen eine Doppelpremiere: Sie ziehen erstmals in den Landtag ein und sind damit in allen Parlamenten von
Bund und Ländern vertreten.

Die krisengeschüttelte FDP fliegt nach mehreren Wahlniederlagen auch im Nordosten aus dem Parlament. Die rechtsextreme NPD lag am Sonntagabend zunächst an der Fünf-Prozent-Hürde beziehungsweise leicht darüber, ihr Verbleib im Landtag war aber noch nicht sicher. Bei einem Scheitern der Partei war sogar eine rot-grüne Mehrheit im Bereich des Möglichen.

Nach den aktuellen Hochrechnungen errangen die Sozialdemokraten in dem nordöstlichen Bundesland laut ARD 36,8 Prozent der Stimmen (ZDF: 36,2 Prozent). Sie konnten damit ihr Ergebnis von 2006 (30,2 Prozent) nochmals verbessern. Zweitstärkste Kraft wurde erneut die CDU mit 23,8 Prozent (ZDF: 24,3 Prozent). Drittstärkste Kraft wurde die Linkspartei mit 17,2 Prozent (ZDF: 18,0 Prozent). Die Grünen schafften mit 8,4 Prozent (ZDF: 8,5 Prozent) erstmals den Einzug in den Landtag und sind damit zum ersten Mal in allen deutschen Landesparlamenten vertreten.

Der rechtsextremen NPD gelang mit 5,5 Prozent wohl der Wiedereinzug (ZDF: 5,2 Prozent) in den Schweriner Landtag. Die FDP scheitert mit 3,2 Prozent (ZDF: 3,0 Prozent) deutlich an der Fünf-Prozent-Hürde und ist damit nach fast zehn Prozent vor fünf Jahren nicht mehr im Landtag vertreten.

Den Hochrechnungen zufolge kann die SPD sich damit ihren Koalitionspartner aussuchen. Mehrheiten hätten sowohl die bisher regierende große Koalition als auch ein rot-rotes Bündnis. Wahrscheinlich nicht möglich ist eine rot-grüne Koalition.

Ein vorläufiges Endergebnis wird es aber erst in zwei Wochen geben: Weil ein CDU-Direktkandidat überraschend gestorben ist, wurde die Wahl im Westen Rügens um diesen Zeitraum verschoben.

Damit wird die SPD im Schweriner Schloss als Sitz des Landtags künftig 28 bis 29 Abgeordnete haben (bisher 22, nach Fraktionsaustritt eines Abgeordneten). Die CDU kommt nach der ARD-Hochrechnung auf 19 Sitze (22). Die Linke kann 13 Vertreter ins Parlament schicken (13). Die Grünen ziehen mit sieben Abgeordneten ein. Die rechtsextreme NPD könnte sieben Sitze bekommen (6).

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11 Kommentare zu "Mecklenburg-Vorpommern: SPD siegt klar, FDP scheitert "

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  • Alles was MVP erreicht hat, ist von der Arbeit anderer zu leben.

    - Arm
    - stark verschuldet und von Subventionen abhängig
    - ein Schrecken für jede ansiedlungsbereite Firma,
    - die geschaffenen Arbeitsplätze sind reine ABM, also geschaffen als STRUKTUR-Maßnahme.

    MVP hat im Bundesvergleich einen 10. Platz erreicht. Klar ist eine gewaltige Leistung für ein Land was von Sozies regiert wird.

    Dass es selbst in der Ex-DDR besser geht, zeigt Sachsen.

    Danke für das Angebot in MVP zu studieren. Aber Singapore hat doch das ansprechendere Niveau. Alleine schon weil die Bürger von Singapore ohne Subvertionen auskommen.



  • parteidervernunft.de

  • Entschuldigung, was für einen unqualifizierten Nonsens muss man hier eigentlich im Kommentarfeld des Hb lesen? Sind wir hier bei der BILD und ihrem polemischen Stammtisch-Niveau?

    Die große Koalition hat sehr gute Arbeit geleistet.
    25.000 neue Arbeitsplätze, keine neue Aufnahme von Schulden seit mehreren Jahren, die Kreisgebietsreform, die zu effektiven Einsparungen führen wird - das sind die konkreten Leistungen, die auch niemand von Ihnen abwerten kann.

    Ein Austritt aus der Euro-Zone (Wie findet man übrigens von einer Landtagswahl zu einem solch globalen Thema?) würde übrigens zu einem enorm hohen Wechselkurs im Verhältnis zum US-Dollar führen und die deutsche Exportwirtschaft unterminieren.

    An den ersten Kommentator, Pendler: Wenn ich ihre Orthographie sehe und mir die Substanz ihres Beitrags so betrachte, denke ich, würden Ihnen ein langfristiger Aufenthalt im Bildungssystem Mecklenburg-Vorpommerns, welches führende Plätze in der Pisa-Studie einnimmt, gut tun.

  • Die braunen Verbrecher haben ja schon immer den Wohlstand und nur Gutes für das deutsche Volk im Auge gehabt.

    Die größten Volksverarscher in der Geschichte Deutschlands !!!

  • Leider gibt es außer der NPD den Republikanern und womöglich der DVU, die in der NPD aufgegangen ist keine Partei die einen Austritt aus der Euro Zone verlangt.

    Unsere Staatsfinanzen werden von einem diktatorischen Regime auf Jahrzehnte ruiniert.

    EFS und EFSM lassen grüßen.

    Irgendwann werden uns unsere Kinder und Enkelkinder fragen: "Warum habt ihr euch eigentlich nicht gewehrt".

    Aber der deutsche, passive Michel - insofern er die Missstände erkennen sollte - frisst seinen Frust lieber in sich hinein anstatt zu versuchen etwas zu ändern.

  • Udo Pastörs von der NPD hat versucht sich in ruhiger, sachlicher und eloquenter Art vor der Kamera zu äußern, leider wurde im nach kurzer Zeit zwei mal das Mikrofon entzogen - trauriges Deutschland.

    In was für einer Demokratie leben wir eigentlich, wenn sogar nach das Recht auf freie Meinungsäußerung von gewählten Parteien keinen Bestand mehr hat.

    Ja, genau Stockholm Syndrom.

    Die Ex-DDR´ler sehen sich zurück nach Stalinismus, Mauer, Stasi.

  • Wer verhindert diesen Wahnsinn endlich ? Gibt es den keinen mehr, der diesem Euro Wahnsinn Einhalt gebietet ? Bald ist Deutschland nachdem es Italien, Griechenland und Spanien gerettet hat, auch pleite und unser Erspartes ist auch weg in einer neuen Euro-Inflation in Nichts aufgelöst. An den Börsen hat es im August ja schon angefangen.

  • + TICKER +

    Die Wahlen in MV gehen in die Geschichte ein, da eine bisher unbekannte, kleine Partei 50% der Stimmen "eingeheimst" hat. Die alt eingesessenen Parteien mit ihrer großen Lobby in der Wirtschaft rätseln, wie dies geschehen konnte.

    Eine vage Vermutung wird von Sch. geäußert: Vllt. hätten wir doch mal unsere Wahlversprechen einhalten müssen und die Mittelschicht, die wirtschaftlich schwächer Darstehenden sowie den Bildungssektor fördern müssen. Aber vllt. hätte wir auch endlich mal echt regenerative Energien richtig anpacken müssen und nicht solch eine Mogelpackung, wie E10 es ist.

    Mer. ergänzt: Schade, es ging so lange gut, da in der Vergangenheit entweder wir oder unsere geheimen Brüder der SPD die Wahlen gewonnen haben. Es lief doch so gut, dass wir schon bei so vielen aktiv das Interesse an Politik verdrängt hatten und so nur noch unsere üblichen Politik-Fans gewählt haben. Aber nein, manche wurden scheinbar wach und haben gemerkt, dass das Volk in einer Demokratie die Macht hat und auch andere Parteien wählen kann.
    Scheinbar hätten wir doch einmal mehr auf den Willen des Volks eingehen müssen und das Geld im Sinne christlicher und sozialer Werte verteilen müssen. Mist, das steht sogar in unserem Parteinamen.

    So werden nun Unruhen erwartet, da die alt eingesessene Lobby nicht bereit ist, ihre Posten zu räumen und die neue Partei an der Spitze nicht bereit ist, mit ihnen zu kooperieren. Ein politisches Debakel und ein Denkzettel in einem.

    + Ticker +

    P.S.: Da wir in einer Demokratie leben: Was passiert eigentlich, wenn die Wahlbeteiligung unter 50% sinkt? Das hieße doch, dass an dieser Stelle die (politische) Demokratie schon lange gescheitert wäre und die Wahlen bzw. die Politik von der Mehrheit des Volkes nicht mehr getragen würde. Denn: Ein explizites Kreuz für: "Ich will keine dieser Parteien" gibt es auf dem Bogen nicht und sollte mal eingeführt werden. Nur ein absichtlich falsch ausgefüllter Bogen kommt diesen etwas nahe.

  • Eigentlich ist es doch mittlerweile ziemlich egal wer wo regiert.
    Sie sind ohnehin alle gleich

    "Demokratie ist, wenn man sich aussuchen kann, wer ein verarscht"

  • Hallo,
    was bringt das Ergebnis für den Bürger an Veränderungen?
    Nichts - es wird wohl unverändert weiter regiert wie vorher!
    In Relation zur Wahlbeteiligung haben wir es allerdings mit Splitterparteien zu tun. Mit Sicherheit waren die Nichtwähler nicht zu faul - sie konnten/wollten nur nicht zwischen Pest und Colera wählen.
    Wann wird endlich die stärkste Fraktion zur Regierungsbildung mit Wählerstimmen mal "X" verpflichtet?!
    Aber noch entscheidender als Prüfstein:
    Wann werden nur die abgegebenen Stimmen für die Wahlkampfkostenerstattung zu Grund gelegt. So wäre auch der Staatssäckel zu entlasten!

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