Medienbericht bestätigt
200 000 Kassenpatienten bei Praxisgebühr säumig

Dass nicht alle kassenpatienten die Praxisgebühr in Höhe von zehn Euro zahlen, konnte man sich denken. Dass allerdings rund 200 000 Versicherte im ersten Quartal nicht bezahlt haben, überrascht denn doch. Der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Roland Stahl, bestätigte jedoch am Freitag einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung.

HB BERLIN. Die Zahl der Mahnungen sei aber angesichts von 70 Mill. Versicherten und mehr als 500 Mill. Arztkontakten im Jahr „sehr, sehr gering“, sagte Stahl. Das Bundesgesundheitsministerium sprach von einer „Hochrechnung“.

Er gehe davon aus, dass es sich dabei „nicht um notorische Drückeberger“ handele, sondern um Patienten, „die schlicht vergessen haben, die zehn Euro mitzubringen“. Derzeit gebe es noch Gespräch mit den Krankenkassen, ab welchem Zeitpunkt des Mahnverfahrens die Kassen das Inkasso-Risiko für ausstehende Zahlungen tragen sollen.

Solange diese Gespräche nicht abgeschlossen seien, würden die Kassenärztlichen Vereinigungen „keine Maßnahmen ergreifen“, betonte Stahl. Hartnäckigen Zahlungsverweigerern droht allerdings der Besuch des Gerichtsvollziehers. Wenn die Vollstreckung auf Antrag der Kassenärztlichen Vereinigungen erfolglos bleibt, bleiben letzten Endes die Krankenkassen auf dem Einnahmeausfall sitzen.

Auch das Ministerium geht nach den Worten einer Sprecherin davon aus, dass sich ein Großteil der Säumnisfälle mit der Mahnung erledigt. Die FDP sieht sich durch die „hohe Anzahl“ säumiger Zahler in ihrer Forderung nach Abschaffung der Praxisgebühr bestätigt.

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