Medienbericht
BND vereitelte mehr Anschläge in Afghanistan als bekannt

Der deutsche Geheimdienst hat offenbar geholfen, mehr als 80 Anschläge in Afghanistan zu verhindern. Vier davon soll der BND laut eines ARD-Berichts alleine verhindert haben, bei anderen hatte er Hilfe.
  • 11

BerlinDer Bundesnachrichtendienst (BND) war nach einem ARD-Bericht in Afghanistan an der Vereitelung von 86 konkret vorbereiteten oder zumindest geplanten Anschlägen auf die Bundeswehr beteiligt. Möglich geworden sei das mit Hilfe der strategischen Fernmeldeaufklärung (SIGINT), teilte der Auslandsgeheimdienst dem ARD-Magazin „Kontraste“ mit.

Wie die Redaktion erläuterte, konnte der BND demnach 4 Anschläge allein und 15 weitere in Zusammenarbeit mit anderen Geheimdiensten verhindern. In 67 Fällen seien zudem sogenannte Warnhinweise erstellt worden, durch die Anschlagsplanungen im Frühstadium bekanntgeworden seien.

Bereits im Oktober hatte BND-Präsident Gerhard Schindler im Verteidigungsausschuss des Bundestages von 20 vereitelten Anschlägen gegen die Bundeswehr in Afghanistan gesprochen, wie das Magazin „Focus“ damals geschrieben hatte.

„Kontraste“ berichtete, die durch SIGINT gewonnen Erkenntnisse seien auch an US-Stellen weitergeleitet worden. Grundlage ist offensichtlich die Vereinbarung zwischen dem BND und dem US-Geheimdienst NSA, die im April 2002 zu Zeiten von Rot-Grün geschlossen worden war und deren Existenz die Bundesregierung bestätigt hat.

Wie der BND dem Fernsehmagazin mitteilte, soll die NSA in dieser Vereinbarung zugesichert haben, dass die deutschen Gesetze eingehalten würden. Konkretisiert worden sei dies in einem im Januar 2004 unterzeichneten Anhang, der explizit die Schutzfunktion des Artikels 10 des Grundgesetzes behandelt, hieß es.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Medienbericht: BND vereitelte mehr Anschläge in Afghanistan als bekannt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Deutschland hatt kein recht auf Demokratie ist auch ein Spruch von ihr.

  • Wieder nur Vermutungen. Nichts Genaues weiß man nicht. Unbd außerdem sind das keine Terroranschläge, das ist viel mehr ein Partisanenkrieg. Und dieses Recht muss man den Afghanen leider einräumen, weil sie keine andere Wahl haben, gegen Agressoren vorzugehen. Und nichts anderes ist unsere Bundeswehr geworden. Das sage ich, der selber in den 80ern zwei Jahre gedient hat.

  • Man ist geneigt, die Leistungen positiv anzuerkennen, gäbe es da nicht der Hintergrund zum damaligen sogenannten "Celler-Loch" und die wöchentlichen Gebete in den Kirchen für den Frieden in der Welt. Gewiss wird von letzteren der gleiche Anspruch mit gleicher Berechtigung erhoben.

    Das Problem ist schlicht, dass sich die Regierenden und die die tatsächlich regierenden in eine Ecke manövriert haben, bei der jeder Glaubwürdigkeitsanspruch verwirkt ist. Dessen müssen wir uns bewusst werden und uns die Frage stellen, ob und wie wir uns noch von einem Despotenstaat abgrenzen können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%