Medienbericht
Börsensteuer könnte weitere Milliarden bringen

Die geplante Finanztransaktionssteuer könnte nach einem Medienbericht weitaus mehr einbringen als gedacht. Sie könnte fünfmal mehr als bisher veranschlagt abwerfen - und damit fast so viel wie die Tabaksteuer.
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BerlinEine Finanztransaktionssteuer könnte nach einem Bericht des Magazins "Der Spiegel" über elf Milliarden Euro und damit fünfmal mehr einbringen als von der Bundesregierung veranschlagt. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gehe in einer Studie für die SPD-Bundstagsfraktion von jährlichen Einnahmen in Höhe von bis zu 11,2 Milliarden Euro aus, berichtet das Magazin in seiner neuen Ausgabe. Das entspreche fast den Einnahmen aus der Tabaksteuer. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat im Haushalt ein Aufkommen von zwei Milliarden Euro angesetzt.
Der SPD-Finanzexperte Carsten Sieling sagte dem Magazin, hohe Einnahmen erziele man nur, wenn auch Spekulationsgeschäfte erfasst würden. "Die Koalition darf davon nicht abrücken", forderte Sieling.

Bundesregierung und Opposition hatten im Rahmen der EU-Fiskalpaktverhandlungen vereinbart, dass Finanzgeschäfte künftig besteuert werden sollen. Angestrebt wird für Börsengeschäfte eine Finanztransaktionssteuer, die in der Europäischen Union (EU) in mindestens neun Staaten starten soll.

Als Grundlage dient der Vorschlag der EU-Kommission, dass für Käufer und Verkäufer beim Aktienhandel jeweils eine Steuer von 0,1 Prozent auf den Umsatz und bei Termingeschäften von 0,01 Prozent fällig würde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Medienbericht: Börsensteuer könnte weitere Milliarden bringen"

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  • @Gnomon

    Die Transaktionssteuer wird die großen Anleger nicht treffen. Im Ausland (vor allem UK und USA) gibt es _wesentlich_ bessere Broker und Handelsmöglichkeiten zu _wesentlich_ besseren Konditionen und rechtlichen Bedingungen. Ist ein Anleger erstmal im Ausland, kommt er nicht mehr zurück.

    Bezüglich Schweden: Schweden ist ein schlechtes Beispiel, aus einem anderem Grund: Damals war ein Handel im Ausland relativ aufwendig. Heute haben wir eine global agierende Wirtschaft und das Internet. Um im Ausland (egal welches Land, egal welcher Erdteil) Börsengeschäfte zu tätigen oder mein Geld zu transferieren, muss ich heutzutage nicht mal mehr Englisch können oder auch nur meinen Hintern aus dem Stuhl zu erheben.

    Bezüglich Umlage auf Kunden: Ganz sicher werden Banken die Gebühren und Steuern auf Kunden umlegen. Aus zwei Gründen: 1. Sie machen es heute schon. 2. Es gibt _keinen_ Wettbewerbsnachteil, da die Transaktionssteuer ja von allen Markteilnehmern bezahlt werden muss, der Kunde also der Steuer nicht entgehen kann.

    Daher Fazit: Nur Dumme oder vom Staat Verpflichtete (Etwa Einzahler in Betriebsrentenkassen) werden die Transaktionssteuer bezahlen.

  • Ach Lutz,

    bald werden Sie erkennen, dass man ohne Geld nicht essen kann und das die "bösen Bankster" gar nicht böse sind, sondern lediglich im politisch gewünschten Rahmen handeln.

  • @kognitiver

    "Genau, die Massenvernichtungswaffen, die eigentlich bekämpft werden sollen"

    Träumen Sie doch nicht solche Träume. Klassische "Massenvernichtungswaffen" sind etwa Future auf Staatsanleihen und Ausfallversicherungen auf Staatsanleihen. Nun raten Sie, welche Papiere ausgerechnet mit gar KEINER Transaktionssteuer belegt werden sollen: Eben diese.

    Politiker sind machtgierig und leben vom verteilen von Gefälligkeiten (Sozialleistungen). Aber sie sind nicht dumm. Politiker wissen ganz genau, dass eine Transaktionssteuer zu einem höherem Risiko führt, zu höheren Handelskosten, zu geringerem Interesse und dadurch zu höheren Zinsen.

    Die Geschichte von den "Massenvernichtungswaffen" wird gern von sozialistischen Journalisten und Politikern (aller Gattungen) erzählt, weil sie polarisiert und Vorurteile schürt. Es ist nur eine Geschichte für Dummköpfe.

    Und nur Dummköpfe werden die Transaktionssteuer zahlen müssen. Alle anderen werden ganz schlicht geltendes Recht nutzen und ihr Geld ins Ausland bringen.

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