Medienbericht: CDU drängt brandenburgische Innenminister zum Rückzug
CDU gibt Schönbohm Rückendeckung

Der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm hat nach seinen umstrittenen Thesen über einen Werteverfall in Ostdeutschland aus der eigenen Landespartei Rückendeckung erhalten. Die Spitze der brandenburgischen CDU reagierte damit am Samstag auf einen Bericht des "Spiegels", wonach Schönbohm auch innerparteilich unter Druck geraten sei.

POTSDAM. Dem Nachrichtenmagazin zufolge planen führende Christdemokraten bereits für die Zeit nach Schönbohm, der eigentlich noch bis 2009 CDU-Landesvorsitzender bleiben will. Vor dem Hintergrund der neunfachen Kindstötung in Brandenburg hatte Schönbohm in einem Zeitungs-Interview gesagt: "Ich glaube, dass die von der SED erzwungene Proletarisierung eine der wesentlichen Ursachen ist für Verwahrlosung und Gewaltbereitschaft."

Dem "Spiegel" zufolge soll Schönbohm nach der Bundestagswahl den Parteivorsitz aufgeben, obwohl sich der 67-Jährige für seine Ossi-Schelte entschuldigt habe. Das Magazin stützt sich nach eigenen Angaben auf Informationen aus der Parteispitze. Als mögliche Nachfolgerin werde Wissenschaftsministerin Johanna Wanka gehandelt.

Die Landes-CDU dementierte den Bericht. "Die Meldung ist eine Ente", sagte Generalsekretär Sven Petke. Landtags-Fraktionschef Thomas Lunacek erklärte: "Jörg Schönbohm leistet viel für Brandenburg und wir haben gemeinsam wichtige Aufgaben zu erfüllen, um Brandenburg voranzubringen." Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns sagte der Nachrichtenagentur dpa, er verwahre sich gegen die Angriffe, die zunehmend Schönbohm als Person treffen sollten. "Auch wenn man in dieser Sache anderer Meinung ist als er - wie auch ich - sage ich zu solcher Art Vorwürfen: Mir reicht's."

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