Medienbericht
CDU-Spitze liebäugelt mit Grün

Während die Grünen fleißig einer Zusammenarbeit mit der Union Absagen erteilen, kommen aus der CDU andere Töne. Norbert Röttgen kann sich das durchaus vorstellen. Schließlich seien sich die Parteien näher gekommen.
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BerlinAus der CDU-Spitze kommen Gedankenspiele über eine Koalition mit den Grünen. Parteivize Norbert Röttgen und der nordrhein-westfälische (NRW) Landesvorsitzende Armin Laschet bezeichneten in Interviews anlässlich des Grünen-Parteitags ein solches Regierungsbündnis nach der Bundestagswahl im kommenden Jahr als möglich. "Schwarz-Grün sollten wir nicht ausschließen", sagte der designierte stellvertretende CDU-Vorsitzende Laschet der "Welt am Sonntag". In der Außen- und Europapolitik gebe es viele Übereinstimmungen. Auch in der Energiepolitik seien sich Union und Grüne nähergekommen, sagte Laschet dem Vorabbericht zufolge. Er forderte zugleich, die Grünen müssten sich auch inhaltlich und nicht nur personell modernisieren. Allerdings sei die Wahl von Katrin Göring-Eckardt zu Grünen-Spitzenkandidatin "ein Zeichen, dass sich die Grünen nicht mehr an die SPD ketten und aus der babylonischen Gefangenschaft ausbrechen wollen".

Das Interview fand dem Blatt zufolge in dem italienischen Restaurant in Bonn statt, in dem in den 1990er Jahren junge Angeordnete von CDU und Grünen zur sogenannten "Pizza-Connection" zusammenfanden. Laschet gehörte ebenso dazu wie Röttgen, dessen Nachfolger als Bundesumweltminister Peter Altmaier und der derzeitige Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir.

Röttgen sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", er habe in vielen Gesprächen mit Grünen "festgestellt, dass sich diese neue Generation von Politikern über Parteigrenzen hinweg gut verstehen kann, auch in kultureller, gesellschaftlicher und habitueller Hinsicht". Die aktuellen Abgrenzungsversuche von Grünen und Unionspolitikern hält er für unglaubwürdig. "Die Intonierung dieser Lagerdebatte, die jetzt stattfindet, erinnert mich eher an einen Schaukampf", sagte Röttgen, der nach der Wahlschlappe in NRW im Mai sein Amt als CDU-Landeschef niedergelegt und den Posten des Bundesumweltministers verloren hatte.

Die frisch gekürten Grünen-Spitzenkandidaten Göring-Eckardt und Jürgen Trittin hatten am Freitag ihre Partei mit Angriffen auf Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den Bundestagswahlkampf eingestimmt und einer Zusammenarbeit mit der Union eine entschiedene Absage erteilt. Die Grünen-Vorsitzenden Özdemir und Claudia Roth wollten sich auf dem Parteitag in Hannover am Samstag zur Wiederwahl stellen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ist nur konsequent, nachdem die Grünen zu einer Art Öko-FTP geworden sind

  • Zahlreiche Vertreter der Grünen missbrauchen den Sinn dieses Wortes im Parteinamen. Diese Damen und Herren haben mit der Umwelt und Nachhaltigket relativ wenig im Sinn, stehen eher für eine Umverteilung nach dem Motto aus arm mach reich und umgekehrt, ohne Rücksicht auf Bedürftigkeit und Lebensleistung.

    Altersrücklagen sollen nach deren Programm und auch dem der SPD mit der Vermögenssteuer geplündert werden. Selbstverständlich wird auf die Erhöhung der eigenen Bezüge wie die übrigen Mandatsträgern auch, nicht verzichtet. Bestens auf der Sahneschicht schwimmend, kann man andere Bevölkerungsgruppen ohne weiteres zu einer Solidarität verpflichten, zu der man selber keinesfalls bereit ist.

    Möchtegernselbständige überlegt es Euch gut, solange Ihr in diesem Staat Sozialhilfe bezieht habt Ihr zwar ein niederes aber sorgloses Einkommen. Nach Beginn einer selbständigen Tätigkeit seid ihr ohne dieses und gleichzeitig die zahlenden Deppen der Nation.

    Herr Röttgen sollte voreilig solche Koalitionsüberlegungen nicht in Betracht ziehen und seine Partei die aggressive Fahrweise auf der linken Überholspur der politischen Autobahn schnellstens beenden.

    Mit Frau Merkel stimme ich im Sinne ihres Spruches: Gut gemeint ist noch lange nicht gut regiert, überein.

  • Aber SPD/Grüne und Linke kann man auch nicht wählen. Die Linke hat zwar gegen den ESM gestimmt, ist aber ansonsten nicht wählbar!

    Uns bleiben nur noch die kleinen Parteien wie die Freien Wähler und die Partei der Vernunft. Wir werden froh sein, wenn diese die 5% Hürde schaffen. Die Masse wird, wie immer, den Einheitsparteienbrei wählen und uns dadurch weiter für fremde Staaten finanziell verknechten!

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