Medienbericht
Die Stasi-Agenten und der Brandt'sche Bundestag

Während der Kanzlerschaft von Willy Brandt (SPD) haben einem Medienbericht zufolge mehr Abgeordnete Kontakte zum DDR-Ministerium für Staatssicherheit (MfS) gehabt als vermutet. Die Birthler-Behörde wies den Bericht jedoch zurück.

HB BERLIN. Für die Jahre zwischen 1969 und 1972 gebe es bei 30 SPD-, zehn CDU- und drei FDP-Parlamentariern Hinweise auf Stasi-Kontakte, berichtet die Wochenzeitung „Die Zeit“ unter Berufung auf die Forschungsabteilung der Stasi-Unterlagenbehörde. Die Bundesbeauftragte für die Stasi- Unterlagen, Marianne Birthler, wies den Bericht am Mittwoch in Berlin zurück und sprach von einer verfälschenden Darstellung.

Von den 43 damaligen Parlamentariern, die auf den „Rosenholz“- Karteikarten vermerkt sind, seien nur drei tatsächlich Inoffizielle Mitarbeiter (IM) der Stasi gewesen, erklärte Birthler. Zwei weitere Abgeordnete hätten erst später für die Staatssicherheit der DDR gearbeitet. „Alle diese Fälle sind seit Jahren bekannt“, erklärte Birthler. Die übrigen 38 Abgeordneten seien höchstwahrscheinlich ohne ihr Wissen vom Ost-Berliner Spitzelapparat „abgeschöpft“ worden. Der Abschlussbericht der Forschungsgruppe sei für 2007 geplant.

Die „Rosenholz“-Dateien enthalten Angaben zu mehr als 20 000 IM der Stasi-Auslandsspionage. Die Mitarbeiterkartei war nach dem Ende der DDR in die Hände des US-Geheimdienstes CIA gelangt. Erst 2003 war sie zurückgegeben worden. Brandt war 1974 zurückgetreten, nachdem im Kanzleramt der DDR-Spion Günter Guillaume enttarnt worden war.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%