Medienbericht
Entwicklungshelfer im Visier des Fiskus

Die Steuerfahndung hat ein Auge auf die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) geworfen. Entwicklungshelfer sollen durch illegale Tricks jahrelang weder im Ausland noch in Deutschland Steuern gezahlt haben.
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Stuttgar/FrankfurtDie Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist nach einem Zeitungsbericht ins Visier der Steuerfahndung geraten. Wie die „Stuttgarter Zeitung“ (Dienstag) berichtete, zahlten ins Ausland entsandte Entwicklungshelfer dank eines Tricks jahrelang weder dort noch in Deutschland Steuern. Immer mehr GIZ-Mitarbeiter erhielten nun Nachforderungen, insgesamt gehe es um viele Millionen Euro. Aufgrund einer Strafanzeige wegen Anstiftung zur Steuerhinterziehung sei auch die Staatsanwaltschaft aktiv, schreibt das Blatt.

Die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu, wollte das weder bestätigen noch dementieren. „Ich kann dazu nichts sagen“, sagte sie am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. GIZ-Sprecherin Anja Tomic bestritt gegenüber dpa die Vorwürfe: „Die GIZ und die GIZ-Mitarbeiter halten sich an die bestehende Rechtsprechung in Deutschland und den anderen Ländern.“

Es gebe sehr unterschiedliche Doppelbesteuerungsabkommen, die in einigen Fällen dazu führten, dass Entwicklungshelfer nicht steuerpflichtig seien. Zu angeblichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sagte Tomic: „Davon ist mir nichts bekannt. Ich gehe davon aus, dass es sie nicht gibt.“

Die GIZ wird von der früheren baden-württembergischen Landesministerin Tanja Gönner (CDU) geführt. Gönner und der GIZ-Vorstand suchen der Zeitung zufolge „eine politische Lösung“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Medienbericht: Entwicklungshelfer im Visier des Fiskus"

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  • Überall wo man Tanja Gönner politische Verantwortung überträgt, ist über kurz oder lang die Kake am dampfen. Sie sollte endlich einer richtigen Arbeit nachgehen.
    Sie ist und bleibt Politisch in der Versenkung.
    Sie ist eine geborene Selbstdarstellerin wie so viele in der Politik, der Souverän geht ihr am Arsche vorbei, keine Spur von Unrechtsgefühl.

  • Offensichtlich gibt es unterschiedliche Regelungen. Es stellt sich die Frage, ob es Sache des Arbeitnehmers oder des Arbeitgeber für eine korrekte Steuerabwicklung Sorge zu tragen.

    Machen wir einen Vergleich! Welcher Arbeitnehmer in Deutschland rechnet nach, ob der Arbeitgeber die richtige monatliche Steuertabelle zugrunde gelegt hat? Weshalb können Arbeitgeber Steuerberatungskosten als betriebliche Aufwendungen in ihrer Gewinn- und Verlustrechnung geltend machen?

    Wenn es hier einen Grund zur Fahndung gibt, dann wäre es eine Fahndung dahin gehend, ob in den hiesigen Amtsstuben auch tatsächlich gearbeitet wird. Am besten sollte diese Fahndung bei der Steuerverwaltung und zwar ganz oben beginnen. Ansatzpunkt wäre da die Fahndung nach sparsamer Haushaltsführung und die Kontrolle der tatsächlichen Arbeitszeit.

    Ich finde es vom Staat unerhört, Leute für Dreckarbeiten anzuheuern und dann so hinterrücks zu meucheln. Ich würde alle Steuerfahnder für die GIZ nach Afrika in den Busch versetzen, um mal zu erfahren, was dort geleistet werden muss und wieviel Gedanken sie sich dort um deutsche Steuern machen.

    Diese Steuerfahndung ist wohl das letzte was man sich einfallen lassen konnte. Es ist wohl die erste Blüte der arbeitslosen Steuerfahnder nachdem es effizienter geworden ist, sich als Hehler irgendwelcher "Steuer-"CDs zu bedienen.

  • Wann werden denn ganzen EU-Beamten besteuert?

    Da gibts wohl (leider völlig legal) bei vielen sehr großzügige Freibeträge.

    Aber das sind wohl alles Krähen aus dem selben Nest...

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