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Medienbericht: Ethikkommission glaubt an Atomausstieg bis 2021

Böses Erwachen für die Energiekonzerne. Die Ethikkommission soll sich für einen deutschen Atomausstieg stark machen. Und einen Zeitplan, bis wann das geschehen könnte, soll es auch schon geben.

Atomkraftgegner fahren in Biblis mit Fahrrädern am Atomkraftwerk (AKW) vorbei. Quelle: dapd
Atomkraftgegner fahren in Biblis mit Fahrrädern am Atomkraftwerk (AKW) vorbei. Quelle: dapd

FrankfurtDie von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingesetzte Ethikkommission zur Atompolitik hält einen vollständigen Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland nach Medienberichten bis 2021 für möglich. Die bereits vom Netz genommenen acht Atomkraftwerke sollten ausgeschaltet bleiben und der weitere Ausstieg schrittweise vollzogen werden. Das berichten die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und "Spiegel online" unter Berufung auf einen ersten Entwurf für den Abschlussbericht der Kommission. Dieser soll Ende Mai veröffentlicht werden.

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Die abgeschalteten sieben ältesten deutschen Reaktoren und das Kraftwerk Krümmel könnten ohne Gefährdung der Versorgungssicherheit vom Stromnetz getrennt bleiben, zitiert die FAZ aus dem Bericht. Demnach sollen "die nach den Maßstäben der Reaktorsicherheit als "sicher" geltenden Anlagen schnellstmöglich in der Reihenfolge ihres verbleibenden Risikos und ihrer Bedeutung im Stromnetz abgeschaltet werden". Das Jahr 2021 sei ein Datum für den endgültigen Ausstieg aus der Kernenergie. Bestenfalls könne das letzte AKW "schon deutlich eher" abgeschaltet werden.

Das Papier wurde "Spiegel online" zufolge von den beiden Kommissionsvorsitzenden - dem früheren Bundesumweltminister Klaus Töpfer und dem Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Matthias Kleiner - verfasst. Der Kernsatz laute: "Die Ethik-Kommission empfiehlt einen vollständigen Ausstieg aus der Kernenergie. Der Ausstieg ist nötig, um Risiken grundsätzlich auszuschließen." Aus der Anhörung der Kommission am 28. April habe sich ergeben, dass 2021 ein machbares Enddatum sei.

Bei den ökonomischen Konsequenzen des Ausstiegs wagten Töpfer und Kleiner keine Prognose, wie stark der Strompreis steigen könnte. Die genannten Szenarien lägen zwischen 0,1 Cent und fünf Cent pro Kilowattstunde, berichtet "Spiegel online". Doch der Ausstieg aus der Kernenergie sei "ein Wachstumstreiber". Die Energiewende biete "enorme technische, ökonomische und gesellschaftliche Chancen für die weitere Profilierung Deutschlands als Exportnation im Hinblick auf nachhaltige Produkte und Dienstleistungen".

Bis zum 28. Mai will die Ethikkommission einen Bericht vorlegen. Dieser soll der Bundesregierung bei ihrer für Juni geplanten Entscheidung darüber helfen, wie viele Atomkraftwerke in Deutschland dauerhaft vom Netz gehen sollen und bis wann der letzte der 17 Meiler abgeschaltet wird. An diesem Wochenende ist eine Klausurtagung des Gremiums geplant.

  • 11.05.2011, 08:35 Uhrklaus ermecke

    Macht Merkels Schwätzerrunde "Ethik"? Oder rechtfertigt sie unter dem Vorwand "Ethik" nur Macht? Tatsache ist, daß Merkel das Thema "Atomausstieg" entdeckt hat, um ihre persönliche Macht zu verstärken - Deutschland ist ihr egal. Das Geld wird verschenkt, die Universitätsausbildung ist entwertet, die Bundeswehr wird ausgezehrt, und weil das alles so teuer ist, können die Steuern nicht gesenkt und die Straßen nicht mehr repariert werden. Und jetzt wird auch noch die Energieversorgung zerstört und ein dreistelliger Milliardenbetrag in sinnlose Parallelinvestitionen umgelenkt. Daß Deutschland allein schon deshalb dringend industrielle Wirtschaftsleistung braucht, um sein größer werdendes Heer von Rentnern zu versorgen, und die Wirtschaftsleistung von einer möglichst billigen Energieversorgung abhängt, scheint überhaupt keine Rolle zu spielen, und ist den "Ethikräten" anscheinend auch egal - für ihr Auskommen wird sicherlich gesorgt.

    Es geht nicht um irgendeine Kommission, sondern es geht um die deutsche Politik. Sollen wir Merkel und ihrem Machtzirkel weiterhin erlauben, das Land zu ruinieren? Das tun wir, wenn wir nach ihren Regeln spielen. Das Geschwätz des herbeigeholten Öko-Opas Töpfer, der ja auch schon für internationale Verbreitung der Klimalüge herhalten mußte, ist da ziemlich nebensächlich.

  • 11.05.2011, 03:34 UhrAnonymer Benutzer: Kyoto

    Absolut richtig, es wird in der Tat einen Technologieschub geben, wenn die Politik jetzt den Schalter umlegt und das von der Ethik Kommission vorgechlagene Ausstiegsszenario beherzt umsetzt! Man muss nur nach China schauen. Dort haben sie die Zeichen der Zeit erkannt und investieren massiv(!) in den Ausbau der erneuerbaren Energien bzw. in F&E in dem zukunftstraechtigen Bereich. Die Technologie der Fission ist weitgehend ausgelutscht und draengende Fragen wie sichere Entsorgung und Ausmerzen des Restrisikos koennen offenbar nicht beantwortet werden! Also liebe Bundesregierung, macht endlich das was sinnvoll ist!

  • 11.05.2011, 01:45 Uhrhuensche

    Plutonium-239 hat sogar eine Halbwertszeit von 24110 Jahren.
    2 Sachen würde ich allerding fachlich bemängeln:
    1. Der Zarfall beginnt unmittelbar
    2. Wie kommen sie auf 240000 Jahre bis zum Zerfall? Bis Dahin ist noch rund 0,1% des Plutoniums nicht zerfallen. Halbwertszeit bedeuted, die Zeit, zu der die Hälfte zerfallen ist

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