Medienbericht: FDP sträubt sich gegen EU-Finanzsteuer

Medienbericht
FDP sträubt sich gegen EU-Finanzsteuer

In der FDP regt sich Widerstand gegen die von der EU geplante Steuer auf Finanzgeschäfte in Deutschland und EU-Ländern. Die Liberalen befürchten, die Regelung treffe vor allem Kleinsparer und mittelständische Betriebe.
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BerlinDas von der EU-Kommission geplante Konzept für eine Steuer auf Finanzgeschäfte will die FDP offenbar nicht mittragen. Das berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Samstag.

Die Brüsseler Behörde spreche davon, Banken, Versicherungen und Investmentfonds mit bis zu 35 Milliarden Euro pro Jahr an den Kosten der Finanzkrise zu beteiligen, tatsächlich wären es aber vor allem Kleinsparer und mittelständische Betriebe, die diese Summe zahlen müssten, zitierte die Zeitung FDP-Vizefraktionschef Volker Wissing. „Das kann ja wohl nicht wahr sein“, sagte er.

Mit der Finanztransaktionssteuer in Deutschland und zehn weiteren EU-Ländern sollen Banken und andere Finanzinstitute ihren Beitrag leisten zu den Kosten der Finanzkrise, die bisher überwiegend vom Steuerzahler getragen wurden. Vor wenigen Tagen legte die EU-Kommission einen Gesetzentwurf für die Abgabe vor.

Die beteiligten Euro-Länder müssen das Gesetz einstimmig beschließen, damit es wie geplant zum 1. Januar 2014 inkraft treten kann. Treibende Kräfte hinter dem Vorhaben sind Deutschland und Frankreich.

Kommentare zu "FDP sträubt sich gegen EU-Finanzsteuer"

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  • In meinem ganzen Leben habe ich noch nie FDP gewählt, aber in diesem Fall hat Sie Recht.
    Das ganze Gefasel von höheren Provisionen geht gewollt an den Fakten vorbei. Auch das Argument die Banken zur Finanzierung von Schäden hinzuzuziehen ist verlogenes Politikgeschwätz. Klar erkennbar an der 0,1% Steuer auf Aktienkauf und 0,01% für Zockerbanken.
    Hier hat die EU eine neue Möglichkeit geschaffen auch den deutschen Bürger abzuzocken. Vermutlich wird er es noch nicht eimal merken. Er wird nur merken: Seine zusätzliche private Altersvorsorge wird immer dünner.

    Wo steht übrigenz geschrieben, daß 0,1% Maximum ist.
    Es ist erst der Anfang!

    Schäuble wird sich diese Gelegenheit, den deutschen Bürger noch tiefer in die Tasche zu greifen, nicht entgehen lassen.

    Wir werden sehen, ob die FDP Rückrat zeigt. Wäre neu.

    Schönen Tag noch.

  • Das ist nur Aktionismus vor der Wahl. Um noch einige kritische Felder oberflächlich abzudecken. Aber es steckt nichts dahinter und nutzt auch niemandem.

  • Die FDP fuerchtet nicht, das der kleine Mann betrofen ist! Die Furcht ist, ihren Status als Lobbyistenpartei zu verlieren!

  • FDP sträubt sich gegen EU-Finanzsteuer


    und in China faellt ein Sack Reis um

  • @abc

    "Aber sind Sie Politiker der LinkenGrünenSPD?"

    Nein, ich bin auch kein Politiker dieser Parteien.
    Aber ich bin auch gegen die Einführung der Steuer.

    Nur die Argumentation der FDP halte ich für flach und verlogen. Warten Sie es einfach ab, wenn die FDP für die Einführung stimmen wird.

    Vielleicht erinnern Sie sich dann noch an unseren "konstruktiven" Dialog?

    Die CSU macht dies übrigens auch immer so. Sie ist medienwirksam gegen etwas und stimmt im Bundestag dann doch dafür.

  • Maas-van-der-Bloochten: "Die Höhe der Finanztransaktionssteuer wird zwischen 0,1 und 0,01% diskutiert und NICHT 10%."

    Nein, ich bin kein FDP-Politiker. Aber sind Sie Politiker der LinkenGrünenSPD?

    Die die Steuer ist a) gesetzlich nach oben offen b) beträgt _mindesten_ 0,2% bei Aktien und Anleihen (denn die Steuer wird ja zwangsweise immer zweimal fällig) und c) ist ein beständiges Umschichten der Normalfall und d) sie haben wesentliche Informationen ausgeblendet, weil die Informationen nicht zur Ideologie passen.

  • @Maas-van-der-Bloochten: "Ganz so freiwillig sind Provisionskosten und Verwaltungsgebühren nicht."

    Doch, dass sind sie. Ich selbst bezahle 0,- EUR Provision und 0,- EUR Verwaltungsgebühren. Dafür handle ich selbst, treffe also meine eigenen Entscheidungen.

    Alternativ kann ich auch ein gemanageded Depot eröffnen und bezahle zum Beispiel 2% (ETFs). Oder ich kaufe eine Lebensversicherung und bezahle irgendwas um 30%.

    Jeder Mensch hat das Recht sich frei für die eine oder andere Form zu entscheiden. Muss dann aber auch mit den Konsequenzen leben. Und das ist IMO der springende Punkt. Die meisten Leute wollen beides gleichzeitig. Also maximale Leistung und 0 Verantwortung. Und das funktioniert halt nicht.

    Ich hatte es schon x-mal geschrieben. Auch der kleine Müllmann oder Postbote ist in diesem Land im Laufe seines Arbeitslebens bei nur 100,- EUR im Monat in der Lage, innerhalb eines Arbeitslebens Millionär zu werden. Und zwar Millionär nach Ausgleich der Inflation. Aber das gehört das vielgeschmähte, verpönte und verlachte Humankapital dazu. Also Lernen und Erfahrungen sammeln.

  • Der kleine Mann soll für sein Alter vorsorgen.
    Wie?
    Riester -> Bankenprovisionsobjekt
    Aktien -> Wegfall der Spekulationsfrist und Finanztransaktionssteuer
    Anleihen -> Zinsen niedriger als Inflation, dann noch Steuern
    Zur Zeit findet eine Enteignung der Anleger statt.

  • @kfvk "Gibt der Mittelstand Anleihen aus oder neue Aktien, so wird er bei einem Volumen von 1Mio. € gerade mit 1000€ belastet,"

    Es geht nicht um die, die Anleihen oder Emissionen herausgeben. Es geht um die, die das Zeug kaufen sollen. Eine Transaktionssteuer bedeutet einfach zwei Dinge: Das Risiko wird um 0,2% bzw. 0,02% (die Steuer wird ja zweimal fällig!) erhöht.

    Ist nicht viel. Allerdings ist diese Erhöhte Transaktionsgebühr bei jeder Transaktion fällig, wodurch alle Marktteilnehmer ihre Transaktionszahlen reduzieren (das ist das Ziel der Steuer). Praktisch bedeutet das, das es bei einem Verkauf (insbesondere Notverkauf) weniger potentielle Vertragspartner gibt, man also günstigere Preise bieten muss, wodurch das Handelsrisiko steigt.

    Und das bedeutet, dass die effektiven Kosten pro Transaktion deutlich über diesen 0,02% (Derivate) oder 0,2% liegen werden. Meine persönliche Meinung: Kleine Aktiengesellschaften (dort ist der Spread heute schon teilweise im Bereich 10%) zukünftig völlig austrocknen werden.

    Kurz: Die FTS ist schlecht für die Wirtschaft und gut für Zocker mit schnellen Fingern und Nerven. Sie wirkt also genau anders herum als behauptet.

    Aber all das wurde schon x-mal durchgekaut...

  • Zitat EU-Kommission:

    Welche Steuersätze werden vorgeschlagen?
    ... Sie
    hat einen Mindeststeuersatz von 0,1 % für den Handel mit Anleihen und Anteilen
    und von 0,01 % für den Handel mit Derivatprodukten vorgeschlagen. Den
    Mitgliedstaaten würde es freistehen, höhere Steuersätze anzuwenden.

    Kein Kommentar. Nur mal für diejenigen, die sich diese Steuer niedlich niedrig rechnen...

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