Medienbericht Fiskus verliert Milliarden durch manipulierte Kassen

Weil Unternehmen Umsätze falsch oder gar nicht erfassen, verliert der deutsche Fiskus Einnahmen in Milliardenhöhe. Der Rechnungshof fordert das Bundesfinanzministerium jetzt zum Eingreifen auf.
2 Kommentare
Der Bundesfinanzminister sperrt sich bislang gegen das System, Buchungen mit einer digitalen Signatur zu versehen. Quelle: dpa
Wolfgang Schäuble (CDU)

Der Bundesfinanzminister sperrt sich bislang gegen das System, Buchungen mit einer digitalen Signatur zu versehen.

(Foto: dpa)

BerlinSteuerbetrug mit manipulierten Kassen und Kassensystemen ist einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ zufolge nach Einschätzung des Bundesrechnungshofs ein „Massenphänomen“ in Deutschland. Schätzungsweise zehn Milliarden Euro würden dem Fiskus pro Jahr entgehen, weil Unternehmen Umsätze nicht oder falsch erfassten, warnen die Prüfer in einem Bericht an das Bundesfinanzministerium, wie das Magazin in seiner neuen Ausgabe berichtet.

Die Finanzverwaltung könne den Betrug aber kaum nachweisen, deshalb sei „die Gleichmäßigkeit der Besteuerung bargeldintensiver Betriebe“ nicht sichergestellt, zitierte der „Spiegel“ aus dem Rechnungshof-Bericht. Das Ministerium müsse die „unhaltbaren Zustände“ umgehend abstellen, fordern die Prüfer demnach. Die Finanzminister von Bund und Ländern würden sich auf ihrer Konferenz mit dem Thema befassen.

Die Länder fordern die verpflichtende Einführung eines Verfahrens, bei dem alle Buchungen mit einer digitalen Signatur versehen werden müssen. Obwohl das System 2012 vom Bund entwickelt wurde, um Schummeleien zu unterbinden, sperren sich dem „Spiegel“-Bericht zufolge Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) gegen das Verfahren, weil der Aufwand für die Unternehmen zu hoch sei.

  • afp
Startseite

2 Kommentare zu "Medienbericht: Fiskus verliert Milliarden durch manipulierte Kassen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Na sowas, das gibt es doch angeblich nur in Griechenland? Aber gegenüber Griechenland zeigt Schäuble absolute Gnadenlosigkeit. Der Steuerbetrug im eigenen Land stört ihn dagegen nicht. Es könnte ja den Unternehmern im Lande ein Leid geschehen. Dass Gabriel ebenfalls als getreuer Wasserträger der herrschenden Eliten auftritt ist fast überflüssig zu erwähnen. Wie peinlich

  • Der Finanzminister agiert mit gnadenloser Härte gegen Griechenland und fordert ständig, die Griechen sollten ihre Hausaufgaben machen. Wie wäre es, wenn er mal selbst seine Hausaufgaben (=Aufgaben zu Hause) machen würde?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%