Medienbericht
Keine Hoffnung mehr auf sinkende Rentenbeiträge

Die Hoffnungen auf einen in absehbarer Zeit sinkenden Rentenbeitrag sind einem Magazinbeitrag zufolge als Folge der Wirtschaftskrise zerstoben. Demnach könne es aufgrund der Rezession bestenfalls gelingen, die Beiträge bei 19,9 Prozent stabil zu halten statt sie wie ursprünglich vorgesehen bis 2012 auf 19,2 Prozent zu senken.

HB BERLIN. Der "Spiegel" berichtete am Samstag vorab, das Arbeitsministerium gehe in aktuellen Berechnungen davon aus, dass sich die Einnahmen der Rentenkasse in den nächsten Jahren wegen der Krise deutlich schlechter entwickeln würden als bislang erwartet. Das Ministerium sehe daher keine Chancen mehr, den Beitragssatz im Jahr 2012 auf 19,2 Prozent zu senken, wie noch im Rentenversicherungsbericht 2008 vorgesehen. Bestenfalls könne es gelingen, ihn beim derzeitigen Stand von 19,9 Prozent zu halten. Einen Sprecherin von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz wollte den Bericht nicht bestätigen. "Es gibt derzeit noch keine Neuberechnung zur Entwicklung des Rentenbeitrags", sagte sie.

Allerdings deutet vieles darauf hin, dass die von dem Magazin beschriebene Entwicklung realistisch ist. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hatte vor einigen Tagen auf einer SPD-Fraktionsveranstaltung gesagt, er sehe angesichts der schwachen Entwicklung der öffentlichen Finanzen weder bei den Steuern noch bei den Sozialbeiträgen Spielraum für Senkungen. Der Präsident der Rentenversicherung, Herbert Rische, sieht die Rentenbeiträge immerhin vorerst stabil unter der Schwelle von 20 Prozent. In einem Interview der "Passauer Neue Presse" sagte er: "Wir werden die Grenze von 20 Prozent, die bis zum Jahr 2020 nicht überschritten werden darf, aus heutiger Sicht nicht erreichen." Er machte aber deutlich: "Wann eine Absenkung von jetzt 19,9 Prozent möglich ist, hängt von der wirtschaftlichen Entwicklung ab." In den ersten vier Monaten 2009 hätten die Beitragseinnahmen der Rentenversicherung aus der Pflichtversicherung noch mit 1,8 Prozent im Plus gelegen. "Das ist im Rahmen des Erwarteten", sagte Rische. Die Rücklagen beliefen sich auf 14,5 Mrd. Euro beziehungsweise 0,87 Monatsausgaben. "Das ist ein Polster, auf das man im Laufe dieses Jahres setzen kann", sagte er.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%