Medienbericht
Landgericht will Anklage gegen Wulff zulassen

Eröffnet das Landgericht Hannover irgendwann noch mal den Strafprozess gegen Christian Wulff oder nicht? Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ könnten die Richter der Anklage diesen Montag schon stattgeben.
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BerlinDas Landgericht Hannover will nach Informationen der „Bild am Sonntag“ der Anklage gegen Christian Wulff und den Berliner Filmproduzenten David Groenewold stattgeben. Ob es aber wirklich zu einem öffentlichen Prozess komme, sei noch offen, schreibt das Blatt unter Berufung auf Justizkreise. Das Gericht, dessen Entscheidung für diesen Montag erwartet werde, wolle den Anwälten vorschlagen, mit der Zahlung einer Geldauflage die Einstellung des Verfahrens zu erwirken.

Der Anwalt Groenewolds, Christian-Oliver Moser, sagte dazu der dpa am Sonntagabend: „Wir wissen weder etwas von einem Deal noch was das Gericht am Anfang der Woche entscheidet.“ Wulffs Anwalt Gernot Lehr war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte Wulff am 12. April wegen Bestechlichkeit angeklagt. Einen Deal hatten der Ex-Bundespräsident und der Filmproduzent seinerzeit abgelehnt. Für eine Beendigung des Verfahrens hatte die Staatsanwaltschaft von Wulff 20.000 Euro und von Groenewold 30.000 Euro verlangt.

Das Landgericht wolle den Vorwurf der Bestechlichkeit, den die Staatsanwälte gegen Wulff erhoben haben, auf den Vorwurf der Vorteilsnahme herabstufen, schreibt die „Bild am Sonntag“. Das dürfte auch die Höhe der Geldauflage reduzieren.

Bei den Vorwürfen gegen Wulff geht es um einen Oktoberfest-Besuch mit Hotelübernachtung im Jahr 2008, dessen Kosten Groenewold zum Teil übernommen haben soll. Wulff, damals niedersächsischer Ministerpräsident, wusste davon nach eigenen Angaben nichts.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Groenewold Wulff motivieren wollte, beim damaligen Siemens-Chef Peter Löscher für eines seiner Filmprojekte um Geld zu werben, was Wulff später auch tat. Als Bundespräsident war Wulff im Februar 2012 zurückgetreten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Medienbericht: Landgericht will Anklage gegen Wulff zulassen"

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  • Ja, er hätte sich nicht gegen die Bankster stellen sollen. Er hätte freudestrahlend schon im Vorfeld JA zum ESM sagen müssen, dann wäre er noch heute in Amt und Würden und uns wäre ein freiheitsliebender Bundesgauckler erspart geblieben, der mehr Migranten in der Politik fordert, aber keine Notwendigkeit der Vertretung von Handwerkern oder prekär Beschäftigten in der Politik sieht.

    Sorry, ich bin diese überbezahlten, ahnungslosen und völlig weltfremden Dummschwätzer so etwas von leid.

  • Alles worum es nach jahrelangem Ermitteln von mehreren Staatsanwälten im Prozess Wulf noch geht, d. h. was von all den Vorwürfen noch übrig geblieben ist:

    „Laut Anklage soll sich Wulff als niedersächsischer Ministerpräsident für ein Filmprojekt Groenewolds eingesetzt haben – als Gegenleistung für eine Einladung zu einer Oktoberfest-Sause im Gegenwert von 753,60 Euro.“

    Dieser Text entstammt der Bildzeitung, die an vorderster Front die Demontage Wulffs betrieben hat.

    Wer glaubt ernsthaft, dass für einen Bundespräsidenten 753,60 € eine große Verlockung waren für die er sein Amt aufs Spiel gesetzt hat?

    So langsam glaube ich eher, dass Herr Wulff Schadenersatz für das was ihm angetan wurde erhalten müsste, vor allem von der Bild-Zeitung für die erfolgreiche Hetzkampagne.

    Lasst ihn wenigstens jetzt endlich in Ruhe, er hatte Mut, und das wurde ihm zum Verhängnis.

    http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Christian-Wulff/Reden/2011/08/110824-Wirtschaftsnobelpreistraeger.html

  • Wie Deutschland mit seinen helfen umgeht, ist schon beschämend.

    Nur weil er etwas gegen die Allmacht der Bankster gesagt hat, quält man ihn noch über Jahre hinaus. Wo bleiben denn unsere Medien, die doch auf das Unrecht gegen Wulff aufmerksam machen sollten?

    Wann endlich dürfen wir n Deutschland offen über die Bankster und beschnittenen Glaubensbrüder reden, die z.b. gerade einen Krieg gegen Syrien anzetteln.

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