Medienbericht Mutmaßlicher US-Spion verriet Anti-Spionage-Konzept

Der deutsche Geheimdienst arbeitete an einem Konzept zur Spionageabwehr – das von einem mutmaßlichen US-Spion verraten wurde, wie Medien berichten. Der BND-Mann soll den Entwurf der CIA und Russland zugesteckt haben.
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Eine kleine Deutschlandfahne steht neben einer Kamera und Mikrofonen. Medien berichten, der BND-Doppelagent habe das Konzept zur Spionageabwehr auch an das russische Generalkonsulat in München geschickt. Quelle: dpa

Eine kleine Deutschlandfahne steht neben einer Kamera und Mikrofonen. Medien berichten, der BND-Doppelagent habe das Konzept zur Spionageabwehr auch an das russische Generalkonsulat in München geschickt.

(Foto: dpa)

BerlinDer als mutmaßlicher US-Spion festgenommene BND-Mitarbeiter soll ein geheimes Konzept zur Spionageabwehr verraten haben. Der Bundesnachrichtendienst habe im vergangenen Jahr an solchen Plänen gearbeitet, berichten „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR. Der seit Anfang Juli in Untersuchungshaft sitzende BND-Mann habe offenbar den Entwurf dieses Konzepts wohl an die CIA weitergegeben. Der deutsche Auslandsgeheimdienst wollte sich am Samstag nicht zu dem Bericht äußern. Eine Sprecherin verwies auf das laufende Ermittlungsverfahren des Generalbundesanwalts.

Die „SZ“ schrieb, der BND-Mann habe das Papier zur Spionageabwehr auch an das russische Generalkonsulat in München geschickt. Er hatte seine Dienste per Mail auch den Russen angeboten, war dabei aber aufgeflogen.

Der zweite unter US-Spionageverdacht stehende Deutsche, ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums, beteuerte in der „SZ“ seine Unschuld. „Ich bin kein Verräter“, zitiert die Zeitung den 37-Jährigen, gegen den die Bundesanwaltschaft ebenfalls ermittelt. „Ich liebe mein Land, ich bin loyal, ich würde es niemals verraten.“ Der Mann steht unter Verdacht, US-Geheimdienstler mit Informationen versorgt zu haben. Er ist beurlaubt, sitzt allerdings nicht in Untersuchungshaft, weil es nur Indizien für seine Agententätigkeit und keinen dringenden Tatverdacht gibt.

Der „SZ“ sagte er, sein Fall sei eine „fatale Missinterpretation einer Freundschaft“ - seine angebliche Kontaktperson sei ein Ex-Vorgesetzter aus einer gemeinsamen Zeit im Kosovo, der zum Freund geworden sei. Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt hatten am 9. Juli Wohnräume des Mannes im Großraum Berlin sowie sein Büro im Berliner Bendlerblock durchsucht. Das Verteidigungsministerium wollte sich am Samstag ebenfalls unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht zu der Stellungnahme des Mannes äußern.

  • dpa
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