Medienbericht
Polizistin wegen Dienstwaffe ermordet

Im Fall der von Neonazis getöteten Polizistin gehen die Ermittler mittlerweile nicht mehr von einer Beziehungstat aus. Die Neonazis Mundlos und Böhnhardt sollen den Mord begangen haben, um an Dienstwaffen zu gelangen.
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MünchenBei den Ermittlungen zum Zwickauer Neonazi-Trio ist einem Zeitungsbericht zufolge das Motiv für den Mord an der 2007 in Heilbronn getöteten Polizistin gefunden worden. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (Samstagsausgabe) berichtet, wollten die Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos vermutlich an ihre Dienstwaffe gelangen.

Die Ermittler gehen demnach inzwischen davon aus, dass die 22-jährige Michèle K. eher zufällig Opfer der Bande wurde. Weil die Polizistin wie die beiden Mörder aus Thüringen stammte, war zuvor über eine Beziehungstat spekuliert worden. Ermittlungen in Heilbronn und Oberweißbach, dem Heimatort der Polizistin, hätten diese Hypothese jedoch nicht bestätigt, berichtete die Zeitung.

Nach Erkenntnissen der Ermittler konnten die Mörder etwa nicht wissen, dass die Polizistin am 25. April 2007 Dienst hatte, hieß es in dem Bericht. Sie hatte demnach eigentlich Urlaub und war kurzfristig eingesprungen. Auch die Fahrtroute der Polizistin und ihres 24-jährigen Kollegen, der bei der Tat schwer verletzt worden war, sei eher zufällig gewesen.

Das Zwickauer Neonazi-Trio Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe soll zwischen 2000 und 2006 neun Migranten ermordet haben. Neben dem Mord an der Polizistin 2007 steht die Gruppe im Verdacht, 2001 und 2004 zwei Sprengstoffanschläge mit insgesamt 23 Verletzten in Köln verübt zu haben.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • -wenige Jahre nach dem Jugoslawienkrieg galt es militanten Moslems nachzuweisen, daß sie mordend durchs Land ziehen...,
    -auch beim Verbot der PKK wurden diese Morde als nützliches Instrumentarium herangezogen...,
    -jetzt sind die Nazis zu verbieten...warum nicht...es trifft bei allen keinen Verkehrten
    -italienische, chinesische, Russenmafia...
    Die Opfer müssen im laufe der Jahre noch für einiges Herhalten. Die Wahrheit bleibt absehbar das 11. Opfer.

  • Vielleicht noch ein kleiner Tipp an Verfassungsschutz und dies Spielchen betreibende Kräfte des "Rechtssystems": können Sie uns wohl bitte mit der Suche nach Motiven und die damit verbundene Aufklärung der Taten eine weitere, neue Geschichte liefern, denn es macht richtig Spaß, solche Märchen zu lesen....!!!!!

  • Die Erklärung der Ermittler und der Artikel insgesamt sind sehr dubios. Ob es sich um den Hinweis auf den Urlaub, Fahrtweg etc. handelt.
    Wenn das Zwickauer Trio wirklich so professionell war, wie es in Polizeikreisen und den Medien dargestellt wird, kann man nicht davon ausgehen, dass das Trio erst jemanden umbringt um an eine Waffe zu kommen, mit der es dann später andere erschiessen kann. Es handelt sich um eine registrierte Waffe und das bedeutet nicht nur, dass es da eine bekannte Registrier-Nummer gibt. (Einschiessen etc.)
    Da dieses Trio aus dem Osten Deutschlands kam, ist es viel
    logischer und auch einfacher, eine nicht registrierte Waffe aus den naheliegenden östlichen Ländern zu erwerben und diese zu benutzen.
    Ausserdem, welcher Verbrecher macht erst mit Getöse auf sich aufmerksam, wenn er Straftaten begehen will?

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