Medienbericht
Sachsens Linke-Chef gegen Lafontaine-Comeback

Ein Comeback von Oskar Lafontaine zur Parteispitze sieht der Chef der Linken in Sachsen, Rico Gebhardt, kritisch. Größere Chancen sieht er für Thüringens Chef Bodo Ramelow oder Dietmar Bartsch.
  • 0

ChemnitzDer Streit über ein mögliches Comeback von Oskar Lafontaine an der Parteispitze der Linken geht weiter. Der Vorsitzende der sächsischen Linkspartei, Rico Gebhardt, lehnte in der „Freien Presse“ aus Chemnitz eine solche von Bundestags-Fraktionschef Gregor Gysi angedeutete Entwicklung ab. Für ihn sei eher vorstellbar, dass sich eine Mehrheit der Linkspartei hinter Bodo Ramelow, den Fraktionschef aus Thüringen, und Dietmar Bartsch, den ehemaligen Bundesgeschäftsführer, versammeln würde. Sie ständen für einen Kurs der Öffnung und der Offenheit.

Gebhardt sagte der Zeitung: „Mit Menschen wie ihnen können wir auch bürgerliche Kreise erreichen, die ansonsten um die Linkspartei einen Bogen machen.“ Der Chef des größten Landesverbandes der Linken sagte, er habe Verständnis für die Unzufriedenheit in seiner Partei, denn die versage sich konstruktiven Anregungen und bleibe eigene Anstöße schuldig. Die Anhänger der Linken und jeder Bürger hätten ein Recht darauf zu erfahren, welche Position die Linke hat und in welche Richtung sie marschieren will. Wenn der jetzige Parteichef Klaus Ernst meine, nur über wenige strittige Fragen müsse diskutiert werden, dann töte er die Debatte ab, kritisierte Gebhardt.

Neben Ernst wird auch Co-Linkspartei-Chefin Gesine Lötzsch derzeit heftig wegen ihres Kurses und mangelnder Wahlerfolge angegriffen. Gysi hatte kürzlich angedeutet, im Notfall könne der frühere Fraktions- und Parteichef Lafontaine für die Linke aus dem Saarland in die Bundespolitik zurückkehren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Medienbericht : Sachsens Linke-Chef gegen Lafontaine-Comeback"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%