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Medienbericht: Türkische Gemeinde lobt Polizeiarbeit in Backnang

Nach dem tödlichen Brand in Backnang haben Ermittler den Verdacht auf einen rassistischen Anschlag so gut wie ausgeräumt. Ihre Arbeit habe deeskalierend gewirkt, befindet der Vorsitzende der türkischen Gemeinde.

Bei dem Brand in Backnang waren sieben Kinder und eine Frau ums Leben gekommen. Quelle: SAP/dpa
Bei dem Brand in Backnang waren sieben Kinder und eine Frau ums Leben gekommen. Quelle: SAP/dpa

Backnang/BerlinDie transparente Arbeit der Polizei nach dem tödlichen Feuer in Backnang hat nach Einschätzung des Vorsitzenden der türkischen Gemeinde in Baden-Württemberg deeskalierend gewirkt. „Ich denke, wir haben gemeinsam erreicht, dass es keine Eskalation gab“, sagte Gökay Sofuoglu der „Berliner Zeitung“ auch mit Blick auf die Arbeit innerhalb der türkischen Gemeinschaft.

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Dort sei die Stimmung nach dem Tod von einer türkischstämmigen Mutter und sieben ihrer Kinder angespannt gewesen, weil manche einen rechtsextremen Hintergrund vermutet hätten. Einige hätten „überlegt, wie sie sich wehren könnten“, sagte Sofuoglu.

Auch er selbst habe zunächst an einen Anschlag gedacht, sagte Sofuoglu. „Ganz einfach, weil ich in der Vergangenheit erlebt habe, dass es Aufklärungsmängel in Sachen rassistische Angriffe gab, ob bei den NSU-Morden oder bei anderen Vorfällen.“ Das führe automatisch zu Misstrauen.

Viele Deutsche hätten ein Problem mit den Forderungen türkischer Verbände nach transparenter Aufklärungsarbeit. „Ich glaube, sie verstehen nicht so ganz, dass viele Türken bei Fällen wie dem in Backnang in erster Linie an rassistische Vorfälle denken.“

Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) hatte gesagt, im Fall Backnang halte sie es für schwer nachvollziehbar, dass das mangelnde Vertrauen in die deutschen Behörden auch auf die Pannen bei den Ermittlungen rund um den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) und dessen Morde an neun türkisch- und griechischstämmigen Kleinunternehmern zurückzuführen ist.

„Man muss das von der NSU trennen. Die allerwenigsten Brände haben rechtsradikalen Hintergrund“, sagte Öney. Sie habe den Eindruck, viele türkische Migranten hätten das auch verstanden, erklärte Öney. „Es gibt wohl eine Sicht in Deutschland - und eine Außensicht.“

Die Reaktion der türkischen Regierung betrachtet Sofuoglu nicht als Einmischung, sondern vielmehr als Rückendeckung. Die Berichterstattung einiger türkischer Zeitungen gefalle ihm dagegen überhaupt nicht. „Da werden Gefühle hochgeschaukelt, die unseren Gefühlen nicht entsprechen.“

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