Medienbericht
Zahl der Zuwanderer steigt

Heute soll der Migrationsbericht vom Kabinett beschlossen werden. Er zeigt: Die Zahl der Zuwanderer in Deutschland ist auf dem höchstem Stand seit 1995. Doch im europäischen Vergleich sieht das ganz anders aus.
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PassauIm europaweiten Vergleich wandern –gemessen an der Bevölkerung – fällt die Zuwanderung nach Deutschland überraschend gering aus. Pro Tausend Einwohner kamen im Jahr 2011 gerade mal sechs Zuwanderer. Damit lag Deutschland in Europa gerade mal im unteren Mittelfeld. Das geht aus dem „Migrationsbericht 2012“’ der vor, der an diesem Mittwoch im Kabinett behandelt wird und dem Handelsblatt vorliegt. Basis sind die aktuellsten Zahlen von Eurostat.
Diverse Ländern hatten pro Kopf gerechnet weit höhere Zuwanderungsraten: In der Schweiz wanderten pro 1000 Bürger 19 Menschen zu, in Norwegen gut 14. Auch Belgien, Österreich, Irland und Schweden registrierten mehr als zehn Zuwanderer pro 1.000 Einwohner. Basis sind Daten von Eurostat.

Insgesamt ist die Zahl der Zuwanderer nach einem im vergangenen Jahr jedoch auf den höchsten Stand seit 1995 gestiegen. 2012 registrierten die Behörden 1,08 Millionen, 2011 waren es noch 960 000. Allerdings sind auch die Zahl der Auswanderer gestiegen und zwar um fünf Prozent: von 680 000 auf 712 000. Damit sind 370 000 Menschen mehr zugezogen als weggezogen.

Seit 2011 ist die Zuwanderung nach Deutschland zwar noch mal um ein Drittel gestiegen. Doch auch das dürfte Deutschland im Europa-Ranking nicht nach oben katapultieren. Vergleichsdaten gibt es aber noch nicht.
Erfreulich entwickelt sich der kleine Bereich der qualifizierten Zuwanderer von außerhalb der EU – wenn auch auf niedrigem Niveau. Nach dem Migrationsbericht sind 2012 mehr als 27.000 qualifizierte und hochqualifizierte Arbeitnehmer aus den sogenannten Drittstaaten zugewandert. Im Jahr 2009 waren es erst 16.000. Um für diese für den Arbeitsmarkt hochinteressante Klientel noch deutlich attraktiver zu werden, hatten Migrationsexperten und die Wirtschaft jüngst erneut eine systematische Zuwanderungsrecht von der neuen Bundesregierung gefordert. Ein solches ist jedoch bisher nicht geplant.

Vier von fünf Zuwanderern kamen der Zeitung zufolge aus Europa, mehr als zwei Drittel davon aus einem EU-Mitgliedstaat. Hauptherkunftsländer waren wie schon in den Vorjahren Polen, Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Italien, Spanien und Griechenland.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

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  • @Netshadow: Es geht hier nicht um Wanderungen, sondern um Einwanderung ohne Assimilation. Ich habe keine Lust auf Ehrenmorde, Sharia und Kupieren der Geschlechtsorgane. Ich möchte auch morgen noch Schweinefleisch essen können und auf 4 Wochen Zwangsfasten habe ich auch keine Lust. Außerdem missfällt mir die Minderschätzung der Frau die bei unseren islamischen Nebenbürgern gelebte Religion und Tradition ist - und das schon seit 3 Generationen hier bei uns. Damit es meinen Nachkommen nicht so geht wie den Römern, Indianern, Aborigines, oder den Buschmännern der Kalahari, den Pygmäen oder den Völkern Sibiriens und den Tibetanern bin ich gegen massenhafte Einwanderung aus Ländern deren Kultur, Religion und Tradition unsere Lebensart beeinträchtigen. Sollten wir wirklich mehr Kinder brauchen, dann sollten wir sie durch entsprechende Maßnahmen selbst schaffen. Politisch ist das schwer durchzusetzen, bei einer Kanzlerin die Mutti genannt wird aber einen total unfruchtbaren Schoß hat.

  • Dass es in unsrem Land zu wenig Kinder gibt, liegt an der linken Polit6ik
    Wer eine derartige Überemanzipation propagiert und ständig neue Feminismusdebatten anstößt, braucht sich nicht wundern
    Wo das Wort Mutter zum Schimpfwort wird, ers recht nicht

  • Das Römische Reich ist untergange wegen dr Dekadenz seienr Eliten und an völliger Verfremdung durch Zuwanderung.

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