Medienberichte
Merkels Handynummer in Snowden-Dokumenten

Die Handynummer von Kanzlerin Merkel soll in Dokumenten des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Snowden enthalten gewesen sein. Bei dem abgehörten Mobiltelefon handelt es sich aber wohl nicht um ihr Diensthandy.
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BerlinEine frühere Handynummer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" in Dokumenten des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden enthalten. Diese Information sei Auslöser für den aktuellen Skandal gewesen, hieß es am Donnerstag unter Berufung auf Angaben aus Sicherheitskreisen. Die Rede sei von einem "verdichteten Verdacht" auf eine Spionageattacke gegen Merkel. Bei dem Gerät handelt es sich demnach um ein Nokia-Handy, das Merkel von Oktober 2009 bis Juli 2013 benutzt habe.

Nach Informationen von Faz.net soll es sich bei dem abgehörten Mobiltelefon nicht um Merkels Kanzler-Diensthandy gehandelt haben, sondern das Mobiltelefon, das sie als CDU-Vorsitzende nutzt. Nach Erkenntnissen deutscher Behörden sei dies zumindest zeitweilig vom amerikanischen Geheimdienst gezielt überwacht  worden. Das mobile Telefon der Kanzlerin, das sie in Parteiangelegenheiten nutzt, sei nicht so gut abgesichert wie ihr Smartphone, das sie als Regierungschefin nutze. Es werde allerdings ständig von ihr genutzt, auch für nicht parteigebundene Kommunikation. Viel spreche dafür, dass es sich bei den abgehörten Daten um Telefonate und möglicherweise auch um Kurzmitteilungen handelt.

Das Handy von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), das mutmaßlich vom US-Geheimdienst NSA angezapft wurde, war nicht als abhörsicher eingestuft. Das sagte ein Sprecher des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) laut einem Bericht des Nachrichtenportals „Süddeutsche.de“. Das Medium zieht daraus den Schluss, dass das Handy gar nicht für den Gebrauch am Arbeitsplatz zugelassen gewesen sei. Die Nutzung privater Geräte am Arbeitsplatz sei laut VS-Anweisung für Personen, die Zugang zu Verschlusssachen haben, grundsätzlich untersagt.

Von der Aktion der Amerikaner soll die Kanzlerin durch eine Recherche des „Spiegel“ erfahren haben. Die amerikanischen Dienste sollen demnach ein Telefon der deutschen Bundeskanzlerin mit einem Vodafone-Vertrag ins Visier genommen haben. Die Nummer weise auf das Parteihandy. Dabei seien womöglich sensible Informationen abgezapft worden.

Vodafone soll in Berlin für das mobile Netz meisten Funkwege nutzen. Diese Funkkommunikation könnten die Amerikaner, so der Verdacht, angezapft haben.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent

Kommentare zu " Medienberichte: Merkels Handynummer in Snowden-Dokumenten"

Alle Kommentare

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  • Die sogenannte "Stasi" war ein Witz verglichen mit dem was wir aktuell gewahr werden !

    Und unsere Volksvertretung hat nichts anderes zu tun als den Vorfall runterzuspielen und kleinzureden.

    Ich schäme mich für diese Einstellung gegenüber der Bevölkerung.

  • Wo ist eigentlich die um die es geht?
    Muss man sich Sorgen machen und eine Vermissten Anzeige aufgeben? Oder ist Merkel wie üblich wieder einmal nur abgetaucht?

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