Mediziner-Streik
Keine Schlichtung bei Tarifen für kommunale Ärzte

Ein Ende des Mediziner Streiks an städtischen Kliniken und Kreiskrankenhäusern ist in weite Ferne gerückt: Der kommunale Arbeitgeberverband VKA sperrt sich gegen ein Schlichtungsverfahren, weil er seine Positionen zu weit entfernt sieht von jenen der Ärztegewerkschaft Marburger Bund.

HB FRANKFURT AM MAIN. VKA-Präsident Thomas Böhle gab am Dienstag bekannt, dass sich sowohl das Präsidium als auch die Mitgliederversammlung des Verbands gegen eine Schlichtung ausgesprochen haben. Dafür sei eine größere Übereinstimmung mit dem Marburger Bund nötig. Die Mediziner an den kommunalen Krankenhäusern streiken seit einem Monat. Sie verlangen mehr Gehalt, bessere Arbeitsbedingungen, geregelte Arbeitszeiten und einen arztspezifischen Tarifvertrag.

Die Mitgliederversammlung ist das oberste Organ der VKA und unter anderen besteht aus Vertretern der 16 Mitgliedsverbände aus den jeweiligen Bundesländern. Das Präsidium mit seinem Vorsitzenden, dem Münchner Personaldezernenten Thomas Böhle, bereitet laut der VKA-Satzung entscheidende Fragen für die Mitgliederversammlung vor und spricht Empfehlungen zu Beschlussfassungen aus.

Sowohl Böhle als auch der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft, Frank Ulrich Montgomery, hatten sich in den vergangenen Tagen offen für ein Schlichtungsverfahren gezeigt. Hätte sich der VKA dafür ausgesprochen, hätte auch die Tarifkommission des Marburger Bunds zustimmen müssen. Die Tarifverhandlungen waren vor einer Woche nach mehreren Marathonsitzungen für gescheitert erklärt worden.

Der Marburger Bund verschärfte unterdessen die Streiks der Mediziner nochmals. Am Dienstag waren rund 12 500 Ärzte in 111 Städten aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. In Dortmund war eine zentrale Kundgebung geplant. Die Ärzte streiken seit dem 26. Juni. Der Marburger Bund verlangt für die rund 70 000 Mediziner an den 700 kommunalen Kliniken neben mehr Gehalt bessere Arbeitsbedingungen, geregelte Arbeitszeiten und einen arztspezifischen Tarifvertrag unabhängig von dem des öffentlichen Dienstes. Als Vorbild gilt der Abschluss für die rund 22 000 Ärzte an den Unikliniken. Die Arbeitgeber lehnen dies aber unter Verweis auf die leeren Kassen der Kommunen ab.

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