Mediziner wandern in andere Berufszweige oder ins Ausland ab
Versorgungsprobleme trotz Ärzteschwemme

Trotz gestiegener Arztzahlen droht in manchen Regionen vor allem Ostdeutschlands Ärztemangel. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Bundesgesundheitsministerium am Montag vorgelegt hat. Sozialstaatssekretär Theo Schröder sieht gleichwohl keinen politischen Handlungsbedarf.

pt HB BERLIN. Die Regierung setze darauf, dass Krankenhäuser und Ärzteorganisationen „vorhandene Instrumente nutzen“, um Versorgungslücken zu schließen und den Arztberuf attraktiver zu machen. Vor allem in den Ballungsgebieten gebe es noch ein hohes Maß an Überversorgung, sagte Staatssekretär Schröder. Es werde daher auch in absehbarer Zukunft nicht zu wenig Ärzte geben. Das Problem sei, dass das Angebot falsch verteilt sei. Insgesamt stieg die Zahl der Mediziner seit 1991 von 298 000 auf mehr als 380 000.

Die Gründe für den „punktuellen Ärztemangel“ sind vielfältig: Vor allem in Ostdeutschland scheiden viele Mediziner aus Altersgründen aus dem Berufsleben aus. Nach Erhebungen der Bundesärztekammer werden bis 2011 bundesweit etwa 17 000 Hausärzte in den Ruhestand gehen. 600 Arztpraxen sind nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bereits heute vakant, 80 Prozent davon in den neuen Ländern. Vier Fünftel der Krankenhäuser im Osten haben Probleme, offene Stellen zu besetzen. Bundesweit sind 3 160 Stellen unbesetzt.

Die Wiederbesetzung freier Arztstellen in Praxen und Krankenhäusern scheitert daran, dass vor allem westdeutsche Mediziner nicht bereit sind, ihren Lebensmittelpunkt in die als unattraktiv empfundenen ländlichen Regionen der neuen Länder zu verlegen. Betroffen sind auch dünn besiedelte westdeutsche Gebiete wie das Emsland und die Schwäbische Alb.

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