Meeresspiegel-Anstieg
Wenn 1,90 Meter zur Bedrohung werden können

Für viele Politiker sind 1,90 Meter eine Menge – für die visuelle Wirkung, wenn das die Körpergröße des Gesprächspartners ist. Für die acht Chefs pazifischer Inselstaaten, die Angela Merkel am Dienstag in Berlin traf, bedeuten die Maße aber weit mehr: Ein Anstieg des Meeresspiegels um diesen Wert würde ihre Heimat im Meer versinken lassen.
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BERLIN. Einhundertneunzig Zentimeter sind eine Menge – für Bundeskanzlerin Angela Merkel und die acht Chefs pazifischer Insel-Staaten, die am Dienstag auf Durchreise in Berlin waren. Die Kanzlerin etwa muss sich derzeit wieder mit männlichen Kollegen wie dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer herumschlagen, die diese Größe sogar überschreiten. Nur kann die Kanzlerin dies anders als ihre Gäste locker sehen: Politisch gesprochen bedeuten 1,90 Meter nicht unbedingt, dass sie zu den Gesprächspartnern auch aufschauen muss.

Und in der Welt der Staats- und Regierungschefs lässt sich ohnehin ein für Merkel tröstlicher Trend ablesen: Die Kanzlerin überragte vergangene Woche etwa Brasiliens Präsident Lula. Und ihr häufigster internationaler Gesprächspartner, Frankreichs Nicolas Sarkozy, kann ihr ohnehin nicht auf den Kopf spucken.

Aber die acht Gäste aus Fern-Fern-Ost haben mit 1,90 Meter wesentlich größere Probleme. Steigt der Meeresspiegel wegen des Klimawandels wie erwartet tatsächlich um diesen Wert, befinden sich ihre Länder künftig an einem sehr misslichen Ort – nämlich unter Wasser. Deshalb haben solche Staatsbesuche bei aller Höflichkeit immer eine besonders bittere, existenzielle Note – es wirkt, als ob die Präsidenten bei solchen Visiten immer auch auf der Suche nach einer möglichen Bleibe für ihre kleinen Völker sind. 1,90 Meter sind eben relativ.

Kommentare zu " Meeresspiegel-Anstieg: Wenn 1,90 Meter zur Bedrohung werden können"

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  • Sicherlich hat Kohlendioxit einen Einfluss auf das Klima, aber nur 20% der Wirkung aller Klimagase. Ein Viertel der CO2-Zunahme ist bis jetzt durch den Menschen verursacht worden.

    Der anthropogene Anteil von jährlich 0,5% CO2, der in der Atmosphäre an CO2 verbleibt, bewirkt einen Klimaeinfluss von etwa 1/1000. Wenn dieser um 25% verringert würde, machte das ca. 1/4000.
    und der CO2-Gehalt der Luft steigt unaufhaltsam weiter an

    Von einer weltweiten Vereinbarung, die nicht einmal 1/4000 dauerhaft erreicht, sind wir aber noch weit entfernt.
    Die angestrebten Maßnahmen wirken so geringfügig, dass sie keinen nennenswerten Einfluss auf das Klima haben werden.

    Völlig abwegig ist das Verbot von Glühlampen. Rechnerisch würde der Meeresanstieg dadurch in 10 Jahren um 0,1 mm weniger ansteigen. Das ist die Dicke eines DiN-A4-blattes.

    Rechnen Sie mit unter www.neinens.de/klimarechnung.htm oder einfach neinens.de/klrech

  • Sicherlich hat Kohlendioxit einen Einfluss auf das Klima, aber nur 20% der Wirkung aller Klimagase. Ein Viertel der CO2-Zunahme ist bis jetzt durch den Menschen verursacht worden.

    Der anthropogene Anteil von jährlich 0,5% CO2, der in der Atmosphäre an CO2 verbleibt, bewirkt einen Klimaeinfluss von etwa 1/1000. Wenn dieser um 25% verringert würde, machte das ca. 1/4000.
    und der CO2-Gehalt der Luft steigt unaufhaltsam weiter an

    Von einer weltweiten Vereinbarung, die nicht einmal 1/4000 dauerhaft erreicht, sind wir aber noch weit entfernt.
    Die angestrebten Maßnahmen wirken so geringfügig, dass sie keinen nennenswerten Einfluss auf das Klima haben werden.

    Völlig abwegig ist das Verbot von Glühlampen. Rechnerisch würde der Meeresanstieg dadurch in 10 Jahren um 1 mm weniger ansteigen. Das ist die Dicke eines DiN-A4-blattes.

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