Mehr Ausbildungsplätze gefordert
Grüne machen Front gegen Adidas

Die Grünen haben eine Kampagne gegen Adidas und andere börsennotierte Unternehmen angekündigt, die ihrer Ansicht nach zu wenig Ausbildungsplätze bereitstellen. Wie die Kampagne der Grünen konkret aussehen soll, ist jedoch offen.

HB BERLIN. „Wenn ein Unternehmen wie Adidas nur zwei Prozent Ausbildungsquote hat, ist das ein Skandal“, sagte Parteichef Reinhard Bütikofer am Dienstag nach einer Sitzung des Bundesvorstandes in Berlin. „Es ist nicht akzeptabel, dass sich die Stars der deutschen Wirtschaft ihrer gesellschaftlichen Verantwortung entziehen.“

Adidas wies den Vorwurf zurück. Neben 40 Auszubildenden beschäftige das Unternehmen zahlreiche Praktikanten und Trainees - insgesamt würden derzeit rund 200 junge Menschen ausgebildet, sagte Konzernsprecherin Anne Putz auf Anfrage. In der Regel würden sowohl „Azubis“ als auch Trainees nach der Ausbildung übernommen. Insgesamt beschäftigt der Sportartikelhersteller in Herzogenaurach nach eigenen Angaben rund 2 000 Mitarbeiter.

Wie die Kampagne der Grünen konkret aussehen soll, blieb zunächst offen. Man wolle bei Unternehmen, Gewerkschaften und betroffenen Kommunen dafür werben, dass Versäumnisse bei der Ausbildung skandalisiert würden, sagte Bütikofer lediglich. Die Firmen müssten mit gesellschaftlichem Druck gezwungen werden, mehr Lehrstellen zur Verfügung zu stellen. Nach Schätzungen der Bundesregierung fehlen in diesem Jahr noch bis zu 50 000 Ausbildungsplätze.

Die Firma Adidas - einer der Hauptsponsoren der Fußball-Weltmeisterschaft - hat nach Recherchen der Grünen mit zwei Prozent die niedrigste Ausbildungsquote unter den im Deutschen Aktienindex notierten Unternehmen. Das heißt, dass auf 100 Vollzeitstellen nur zwei Ausbildungsplätze kommen. Als Faustregel gilt, dass alle deutschen Unternehmen eine Quote von durchschnittlich sieben Prozent erfüllen müssten, um alle Bewerber zu versorgen.

Nach den Recherchen der Grünen liegt die Ausbildungsquote bei insgesamt neun DAX-Unternehmen unter fünf Prozent. „Man kann nur sieben Unternehmen positiv erwähnen“, sagte Bütikofer. Diese seien E.ON, MAN und Lufthansa mit sieben Prozent, Bayer mit 8,2, Metro mit 8,4, TUI mit elf und die Deutsche Bank als Spitzenreiter mit 11,4 Prozent Ausbildungsquote.

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